Egal, von welcher Richtung, egal zu welcher Uhrzeit – man ist sofort mitten drin im Geschehen, fühlt sich als ein Teil der Musiknacht. Je nach Gusto bleibt man gleich bei der ersten Band stehen, weil einen die Musik abholt. Und das schafft die elfköpfige Formation „Caballo Negro“ mit der vollen Wucht der Salsa Dura auf der Rathaus-Bühne mit links. Lebensfreude pur, die alles Negative um sich herum vergessen lässt. „Man muss auch mal fröhlich sein dürfen, trotz Krieg, Verbrechen oder Hochwasser, sonst wird man irre“, betont Monika, die „als Selbstschutz für die Psyche“ heute einfach mal das „abscheuliche Weltgeschehen außen vorlassen möchte.“ Sieht man den Tanzenden zu, steht die 45-Jährige aus Hochdorf nicht alleine da.
































































„I want it all“, „Ney Nah Neh Nah“, „König von Deutschland“ oder „Major Tom“ – auch zu den „Lieblingssongs“ des Kirchheimer Trios „Zwei! Zu dritt“ steht der Großteil nicht still vor der Bühne am Schlossplatz. Ungeachtet der ersten Regentropfen wird es mit jedem Lied rundherum immer voller. „Es ist uns eine Ehre, wir hatten schon lange nicht mehr so viel Publikum vor uns“, freut sich Raphael Lindeke, der für alle offensichtlich gemeinsam mit Jörg Weigele sowie Birgit van Straelen mit viel „Spaß an der Sache“ dabei ist.

Sah es bis dato gar nicht mal so schlecht aus, setzt etwa eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn der Regen ein. Längst nicht so stark wie am Wochenende davor, mal mehr, mal weniger. Fortan folgt ein stetiges Wechselspiel mit Regenschirm oder Regencape – auf und zu, aus und an. Glücklich all diejenigen, die bei den Gastronomen mit Pavillons oder Zelten noch ein Plätzchen ergattert haben, schnell besetzt waren nicht zuletzt die Ladeneingänge der Geschäfte, Dachvorsprünge oder besonders laubträchtige Bäume. Natürlich gibt es auch die ganz Harten, die ungeachtet ihrer durchnässten Klamotten ausgelassen in bester Stimmung sind. „Die Musiknacht ist so geil, da ist uns das Wetter scheißegal“, betont die fünfköpfige Clique, die eigens aus Waiblingen gekommen ist.
Während sich das Duo „CT-Live“, bestehend aus „Christian und Toni“ der Musik von Elvis verschrieben hat, beeindruckt „Acoustic Tree“ mit „handgemachter Live-Musik im eigenen Stil“. Was sofort aufhorchen lässt, ist die Leichtigkeit des Zusammenspiels zwischen Rainer Arnold, Rüdiger Gelhausen, Reiner Leu und Friederike „Friedi“ Nößner. „Von klein auf schlägt mein Herz für die Musik“, verrät die 37-jährige Gefäßchirurgin, die seit April 2023 gesanglich am Piano das Männer-Trio verstärkt und im echten Leben für ihre Patienten in der Nürtinger Medius-Klinik da ist.
Auch das macht die Musiknacht Kirchheim aus, man lernt tolle Bands und deren Interpreten und Interpretinnen kennen. Ein weiterer Pluspunkt ist das friedliche Miteinander der Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, die sowohl die anwesenden Polizisten als auch die Security-Leute bis zum späten Abend arbeitslos machen.

