Finanzkrise
Aktionstag „Kommunen am Limit“: Kirchheim macht mit

Gemeinden fordern bundesweit konkrete Hilfen von Bund und Ländern.

Die Kirchheimer Rathausspitze mit Christine Kullen, Pascal Bader und Achim Rappe zeigt das Mottobanner. Foto: pm
Die Kirchheimer Rathausspitze mit Christine Kullen, Pascal Bader und Achim Rappe zeigt das Mottobanner. Foto: pm

Bundesweit beteiligen sich am heutigen Montag Städte, Landkreise und Gemeinden am Aktionstag „Kommunen am Limit“, um auf die dramatische kommunale Finanzsituation aufmerksam zu machen. Die drei kommunalen Spitzenverbände Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund – haben gemeinsam zu diesem Aktionstag aufgerufen und fordern von Bund und Ländern, endlich entschlossen zu handeln und wirksame Maßnahmen gegen die kommunale Finanzkrise zu ergreifen.

Die Finanzlage der Städte, Landkreise und Gemeinden ist dramatisch: Das kommunale Defizit lag 2025 bei rund 30 Milliarden Euro – ein historischer Höchststand, Tendenz steigend. Eine Hauptursache sind steigende Sozialausgaben, welche die Kommunen bundesgesetzlich leisten müssen, und bei denen in der Vergangenheit der Umfang und die Standards immer weiter erhöht wurden.

Für die Bürgerinnen und Bürger wird die kommunale Finanzkrise direkt spürbar. Sie betrifft kommunale Aufgaben wie die Instandhaltung von Schulen, Bibliotheken, Schwimmbäder, Kultur- und Sportangebote, den ÖPNV, die Krankenhausversorgung, die Wirtschaftsförderung und viele soziale Angebote. „In Kirchheim erleben wir sehr konkret, wie eng die kommunalen Spielräume inzwischen geworden sind. Es geht längst nicht mehr nur darum, ob wir Neues anstoßen können, sondern immer öfter auch darum, wie wir Bestehendes dauerhaft sichern“, betont Oberbürgermeister Pascal Bader.

Die Kommunen und ihre drei kommunalen Spitzenverbände fordern deshalb von Bund und Ländern: „Das kommunale Finanzierungsdefizit muss vollständig beseitigt werden. Dies kann über eine jährliche Soforthilfe, eine Erhöhung des kommunalen Anteils an den Gemeinschaftssteuern sowie notwendige Reformen in den sozialen Sicherungssystemen geschehen. Der Grundsatz ,Wer bestellt, bezahlt auch‘ muss sofort für jede Aufgabenübertragung oder -ausweitung von Bund und Ländern gelten – mit einem vollständigen finanziellen und dynamisierten Ausgleich für alle Aufgaben, die den Kommunen von Bund und Ländern übertragen werden.“ pm