In deutschen Städten ist die klassische Pommesbude mittlerweile dem Dönergrill gewichen und die gute alte Currywurst mit Pommes gehört in den Fußgängerzonen zu den Exoten – wenn es sie überhaupt gibt. Wer den Klassiker in Kirchheim sucht, wird seit Anfang August im Pomm Fritz in Kirchheim fündig. Dort heißt das Kultgericht „Berlin Classic“ – schließlich gilt die Hauptstadt neben Hamburg als Wiege der Currywurst. Die Zutaten sind jedoch lokal. „Auch die Soße ist hausgemacht und kommt von hier“, betont Inhaber Dylan Miscioscia Stock.
Wem dieser Nachname in Teilen bekannt vorkommt, hat recht: Kultwirt Enzo Miscioscia ist Dylans Schwiegervater und als langjähriger Wirt der „Glocke“ in der Kirchheimer Dreikönigstraße eine feste Größe in der Gastroszene der Teckstadt. Dort hat Dylan im März dieses Jahres die Leitung übernommen. Schon damals kündigte der 30-Jährige gegenüber dem Teckboten an, verstärkt die „Jugend“ ansprechen zu wollen, und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft der Glocke.
Den Worten hat er gemeinsam mit seinem Mann Gianluca Taten folgen lassen. Im ehemaligen Feinkostgeschäft neben dem Restaurant gibt es jetzt das Pomm Fritz. Die Idee dazu kam auf der Kirchheimer Musiknacht vor zwei Jahren, wo er und Gianluca mit einem Stand präsent waren. „Da hat uns ein Gast angesprochen, ob wird dieses Konzept nicht dauerhaft in der Stadt etablieren wollten“, erzählt er.
„Freibad-Pommes“ verkauft
Erfahrungen mit den frittierten Kartoffeln haben sie schon gesammelt, und zwar in einem klassischen „Pommes-Umfeld“: dem Freibad. Seit 2021 betreiben sie einen „Pomm-Fritz-Stand“ im Wendlinger Freibad, auch im Hallenbad des Wernauer Quadriums haben sie schon verkauft.
Wichtig ist dem 30-Jährigen, dass er verschiedene Zielgruppen bedienen kann. „Wir frittieren mit Pflanzenfett“, betont er. Ergo: Auch Vegetarier kommen bei ihm auf ihre Kosten. Das sei übrigens bei holländischen Frittenbuden nicht der Fall, dort werde hauptsächlich mit Rinderfett frittiert. Die anderen Zutaten werden ebenfalls getrennt ins Öl gegeben. Für Schwein, Huhn und Vegetarisches gibt es jeweils eine eigene Fritteuse.
Die Auswahl an Gerichten klingt ebenso lecker wie kreativ, man muss nur wissen, dass Pommes frites oder Pommes hier Fries heißen: Wie wäre es mit Magic Marrakesh mit Rote-Bete- und Falafel-Bällchen, American Crunch mit frischem Coleslaw (Weißkohl), Crispy Chicken und regionalem Honig, oder Spicy Melt Fries mit Chili-Cheese-Soße und Jalapeños oder den Schwaben Fries mit hausgemachter Champignonrahmsoße mit paniertem Schweine- oder Hähnchenschnitzel? Auch Asia-Fans kommen auf ihre Kosten: mit Hoisin Pork, belegt mit knusprigem Schweinebauch in würziger Hoisin-Soße, frischem Edamer, feinen Karottenstreifen und Sesam. Wer keine Pommes frites möchte: Chicken Wrap mit Salat gibt es auch.
Mit Liebe zum Detail
Bislang gibt es alle Pommes-Gerichte nur zum Mitnehmen. Während man wartet, kann man die Innendeko der „Pommes-Bude“ bewundern. Da gibt es einmal die kultigen Pommes-Lampenschirme, die Dylan mit seinem Mann selbst gebastelt hat. „Die Pommes haben wir in den USA bestellt“, erzählt er. Auch die Bilder in Pastelltönen zeigen, worum es auf den paar Quadratmetern geht: die Pommes oder moderner gesagt: „Fries“ in all ihren Variationen.
Info: Geöffnet hat das Pomm Fritz täglich außer sonntags von 11.30 Uhr bis 19 Uhr. Es befindet sich direkt neben dem Restaurant „Zur Glocke“ in der Dreikönigstraße 2 in Kirchheim.

