Bildung
„Das eröffnet uns neue Möglichkeiten“

Die Kirchheimer Alleenschule wurde mit dem Hauptschulzug ins Startchancen-Programm aufgenommen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren fließen so Fördermittel von Land und Bund.

Die Alleenschule Kirchheim bekommt ab dem Schuljahr 2025/26 Fördermittel aus dem Startchancen-Programm des Landes und Bundes. Archivfoto: Jean-Luc Jaques

Ab dem kommenden Schuljahr 2025/2026 bekommt die Kirchheimer Alleenschule, eine Grund- und Werkrealschule, Fördermittel aus dem sogenannten „Startchancen-Programm“ des Bundes und des Landes. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen dabei mit den Geldern drei zentrale Säulen unterstützt werden. „Dazu zählen bauliche, pädagogische und personelle Maßnahmen“, erklärt Schulleiter Thorsten Bröckel, „wir wurden mit dem Hauptschulzug ins Programm aufgenommen.“ 

Gelder für drei Bereiche

Es gehe bei der Förderung beispielsweise um Faktoren wie einer Aufwertung der Lernumgebung, so Bröckel, also die Gestaltung der Klassenräume oder auch der Schaffung von Rückzugsbereichen und zusätzlichen Arbeitsplätzen im Schulgebäude, nennt der Schulleiter Beispiele für den baulichen Teil. Für diesen wurden Fördermittel in Höhe von insgesamt 955.478 Euro über die gesamte Laufzeit zugesagt, 30 Prozent muss der Schulträger als Eigenanteil leisten.

Säule zwei befasst sich mit den „bedarfsgerechten Lösungen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung“. Im kommenden Schuljahr bekommt die Alleenschule für diesen pädagogischen Part 33.331 Euro aus dem Fördertopf. Hier geht es konkreter um die Stärkung der Basiskompetenzen der Schülerinnen und Schüler, „genauso können die Gelder auch für Fortbildungen der Lehrkräfte oder für das Hinzuziehen von Beratern eingesetzt werden“, erklärt Thorsten Bröckel.

Für die dritte Säule, die Stärkung der multiprofessionellen Teams mit pädagogischen Assistenten, fließen weitere 81.662 Euro im Schuljahr 2025/26 an die Alleenschule. Sie sollen die Lehrkräfte vor allem fachlich in den Fächern Mathematik und Deutsch sowie der Sprachbildung unterstützen. „Es geht hier auch um die individuelle Kleingruppenarbeit, die einen immer höheren Stellenwert einnimmt“, so Bröckel. Ebenso können diese Mittel bei der Schulsozialarbeit eingesetzt werden.

Letztere beiden Summen würden jährlich neu berechnet, dabei komme es unter anderem auf Schülerzahl an. Oder auch den Anteil jener mit Migrationshintergrund, wo besonders die Sprachvermittlung eine zentrale Rolle spielt. „Für uns ist die Aufnahme ins Startchancen-Programm ein Lichtblick und eine Erkenntnis seitens der Landesregierung, dass man etwas tun muss und die Schule Unterstützung braucht“, betont Thorsten Bröckel. Die Fördergelder seien angesichts der stetig wachsenden Aufgaben und Herausforderungen im Schulalltag enorm wichtig, denn die Zusammensetzung der Schülerschaft habe sich massiv verändert. „Die Gelder eröffnen uns jetzt neue Möglichkeiten“, so der Schulleiter. Schon jetzt sei die Schule im Förderprogramm „Lernen mit Rückenwind“ des Landes, mit dem Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt werden, pandemiebedingt entstandene Lernrückstände auszugleichen und ihre sozial-emotionalen Kompetenzen zu stärken. „Wir haben darüber eine syrische Lehrkraft als pädagogische Assistenz gewonnen, diese vorhandenen Strukturen wollen wir mit der neuen Förderung erhalten und weiter ausbauen.“ Benötigt wären etwa auch Ergo-und Logotherapeuten, „diese einschlägigen Fachrichtungen sind für den Einsatz an Schulen aber schwer zu finden“, berichtet Thorsten Bröckel. Schritt für Schritt werde an der Schule nun ein Konzept entwickelt, wie die Fördergelder konkret eingesetzt werden.

Das Startchancen-Programm

In Baden-Württemberg profitieren im neuen Schuljahr neben der Kirchheimer Alleenschule 314 weitere Schulen vom Startchancen-Programm. Darunter die Burgschule Plochingen, die Mörikeschule Nürtingen und die Grundschule in Roßdorf (Nürtingen).

226 Schulen wurden bereits im Schuljahr 2024/25 aufgenommen. Bis 2034 stellen Bund und Land in einer Kofinanzierung jährlich jeweils über 131 Millionen Euro zur Verfügung.