Tierwelt
Der Gänsesäger ist auf dem Vormarsch

Es tut sich was in der gefiederten Tierwelt in Kirchheim. Vergangenes Jahr konnten zwischen der Herdfeldbrücke und dem Hechtkopf – dem Zusammenfluss von Lindach und Lauter – Gänsesäger beobachtet werden. Auch jetzt sind wieder zwei Exemplare da. Der Name führt allerdings in die Irre, handelt es sich bei dieser Spezies doch um große Enten.

Der Gänsesäger ist eine Ente. Foto: Karl Stolz

Kirchheim. Vor rund zwölf Jahren hat Karl Stolz aus Jesingen erstmals einzelne Gänsesäger gesehen, jedoch nur als Wintergäste auf dem Neckar bei Wendlingen. „2017 konnte ich ebenfalls auf dem Neckar durch puren Zufall ein Gänsesäger-Weibchen mit elf Jungen fotografieren. Dies war der Beleg, dass der Gänsesäger auch im Neckartal Brutvogel geworden ist“, erzählt er und vermutet, dass man durch diese Bruten den Gänsesäger häufiger sieht – und durch Neuankömmlinge. Immer häufiger sieht der Naturfreund sie in einer kleinen Gruppe.

Das erwachsene Tier kann eine Körperlänge von bis zu 68 Zentimeter erreichen und bis zu 100 Stundenkilometer schnell fliegen. Die Hauptbrutgebiete liegen in Nordeuropa, teilweise auch in Mitteleuropa. Im Winter werden eisfreie Gewässer Richtung Süden aufgesucht. Die Art wird auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere geführt, wie auf der Homepage Nationalpark Donau-Auen zu lesen ist. Der Lebensraum des Vogels sind naturnahe klare Gewässer. Wichtig ist ein alter Baumbestand, da der Gänsesäger zur Brutzeit in Baumhöhlen nistet. Nachdem die Jungvögel geschlüpft sind, verlassen sie am ersten Tag die Bruthöhle. Dabei sind Sprünge aus bis zu 20 Meter Höhe möglich, die sie unversehrt überstehen. Von hier versuchen die Küken mithilfe der Mutter möglichst schnell das Wasser zu erreichen. Am Gewässer ist oft zu beobachten, dass die Jungen von der Mutter auf deren Rücken getragen werden.