Prävention
Die Asiatische Tigermücke breitet sich im Landkreis Esslingen aus

Nachdem der Blutsauger nun auch in Kirchheim und Holzmaden nachgewiesen wurde, gibt das Gesundheitsamt Hinweise zu Vorsichtsmaßnahmen, Mückenschutz und frühzeitiger Beseitigung von Brutstätten.

Die Asiatische Tigermücke kommt inzwischen auch im Landkreis Esslingen vor. Da sie Krankheiten wie das Dengue-Fieber, das Chikun
Die Asiatische Tigermücke kommt inzwischen auch im Landkreis Esslingen vor. Da sie Krankheiten wie das Dengue-Fieber, das Chikungunya-Fieber oder das West-Nil-Fieber übertragen kann, rät das Gesundheitsamt zu Vorsichtsmaßnahmen. Foto: pr

Die Asiatische Tigermücke wurde im Jahr 2023 erstmals im Landkreis Esslingen nachgewiesen. Mittlerweile liegen bestätigte Funde aus den Gemeinden Holzmaden und Kirchheim vor, was die Aufmerksamkeit von Gesundheitsbehörden und Bevölkerung gleichermaßen erfordert. Die Mücke ist nicht nur lästig: Sie kann Krankheitserreger wie das Dengue-Virus, das Chikungunya-Virus und das West-Nil-Virus auf Menschen übertragen und ist damit von hoher Relevanz für den Gesundheitsschutz. Das Gesundheitsamt empfiehlt daher dringend, für die kommende Saison Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Tagaktiv und hartnäckig

Die Saison der Asiatischen Tigermücke erstreckt sich von April bis Oktober, wobei die höchsten Populationszahlen üblicherweise im August und Anfang September be­obachtet werden. Häufig wird die Art daher erst im Hochsommer wahrgenommen. Die Mücke stammt ursprünglich aus tropischen Regionen, findet jedoch aufgrund veränderter klimatischer Bedingungen auch hierzulande geeignete Lebensräume. Anders als viele heimische Mückenarten ist die Tigermücke tagaktiv und ausgesprochen hartnäckig bei der Futtersuche.

Tigermücken fallen durch ihre markante schwarz-weiße Musterung auf. Die fünf weißen Streifen an den Hinterbeinen erinnern an die Zeichnung eines Tigers. Zudem ist die Tigermücke kleiner als viele heimische Arten und erreicht nur etwa drei bis acht Millimeter Körperlänge. Die Tigermücke legt ihre Eier bevorzugt an ruhigen, stehenden Wasserstellen ab – bereits geringe Mengen genügen, etwa Restwasser in Blumentöpfen, Gießkannen, Pflanzenuntersetzern, kleinen Becken oder Stauwasser in Straßenabläufen. Besonders nach Starkregenereignissen ist es wichtig, auch kleinste Wasseransammlungen aufmerksam zu kontrollieren, da bereits geringe Mengen für die Eiablage ausreichen.

Rechtzeitig vorbeugen

Gleich im Frühjahr wird zur Bekämpfung empfohlen, Gießkannen, Eimer und Blumenkübel umzudrehen oder überdacht zu lagern, damit sich kein Regenwasser ansammeln kann. Angeraten ist, Vogeltränken im Garten regelmäßig zu säubern und das Wasser auszutauschen. Regentonnen und ähnliche Wassersammelgefäße sollten abgedichtet werden. Lässt sich dies nicht sicher umsetzen, sollte die Regentonne regelmäßig entleert werden oder das Wasser mit sogenannten Bti-Tabletten behandelt werden. Nach dem Schlüpfen halten sich Tigermücken in der Regel meist innerhalb eines Radius von etwa 300 Metern um den Schlüpfort auf. Werden Tigermücken entdeckt, befinden sich in der Nähe in der Regel auch Brutstätten, die beseitigt werden müssen.

Wichtig für Reiserückkehrer

Besondere Vorsicht gilt für Reise­rückkehrer: Wer aus Regionen, in denen sich die Asiatische Tiger­mücke etabliert hat, zurückkehrt, kann unbeabsichtigt zur Weiterverbreitung mückenübertragbarer Krankheiten beitragen. Während einer Blutmahlzeit können Tigermücken, insbesondere in den Tagen direkt vor und nach Erkrankungsbeginn, Viren aus dem Blut aufnehmen und nach einer Inkubationszeit weitergeben.

Das Gesundheitsamt ­empfiehlt daher Personen, die eine Reise in tropische oder subtropische Regionen planen, im Sommer und Frühherbst den Mückenschutz durch bedeckende Kleidung, Insektenabwehrmittel sowie Netze und Fenstergitter auch nach der Rückkehr für zwei Wochen beizubehalten. Vor und nach der Reise sollten potenzielle Brutstätten in Wohnortnähe mückensicher gestaltet werden.

Merkblatt des Gesundheitsamts

Ausführliche Informationen zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke und zur Meldung von Verdachtsfunden hat das Gesundheitsamt in einem Merkblatt zusammengestellt. Das Merkblatt findet man auf der Homepage des Landkreises Esslingen unter dem Suchbegriff Tigermücke. tb