Wann in Schlierbach ein neuer Lebensmittelmarkt seine Pforten öffnen wird, ist nach wie vor unklar – aber mit dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Lebensmittelmarkt“ hat der Gemeinderat nun jedenfalls die planungsrechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ein wesentlich größerer Markt anstelle des bisherigen Netto-Markts an der Auchtertstraße gebaut werden kann.
Vor drei Jahren ist die Gemeinde in den Prozess öffentlich eingestiegen, allerdings reicht der Wunsch, die wohnortnahe Versorgung in Schlierbach zu verbessern, lange zurück.
Auf dem Weg zu einem passenden Bebauungsplan für den neuen Markt musste die Gemeinde etliche Hürden überwinden. Am Ende war noch die Zustimmung des Regierungspräsidiums gefragt, denn: Der neue Markt soll eine wesentlich größere Verkaufsfläche haben und muss deshalb mehrere Voraussetzungen erfüllen, um dem Landesentwicklungsplan und dem Regionalplan der Region Stuttgart zu entsprechen.
Knackpunkt ist das sogenannte „Integrationsgebot“. Dieses besagt, dass sich Lebensmittelmärkte dort befinden sollen, wo auch der Großteil der Bevölkerung wohnt – am besten also in der Ortsmitte. Der einzige Standort in Schlierbach, der für einen größeren Markt infrage kommt, ist jedoch die Auchtertstraße. Damit liegt der Markt allerdings zwischen Wohnbebauung und Gewerbegebiet, was einem Verstoß gegen das Integrationsgebot gleichkommt.
Die Gemeinde stellte daher im vergangenen Herbst einen sogenannten „Antrag auf Zielabweichung“ beim Regierungspräsidium, um auch von dort grünes Licht für das Vorhaben zu bekommen. Nun steht die Ampel auf Grün, denn das Regierungspräsidium hat seine Zustimmung zur Zielabweichung gegeben. Somit stand dem Beschluss des Bebauungsplans durch den Gemeinderat nichts mehr im Weg.
„Der sehr lange Prozess hat heute hoffentlich ein gutes Ende“, zeigt sich Schlierbachs Bürgermeister Sascha Krötz erleichtert. „Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben gemacht.“ Auch im Ratsrund ist man glücklich: „Wir hoffen, dass nun zeitnah ein Bauantrag kommt und das ganze Verfahren nicht umsonst war“, brachte Marco Emmert (CDU) die Gefühlslage auf den Punkt.
Nun liegt der Ball also bei Investor und dem möglichen Betreiber des geplanten neuen Edeka-Marktes. Da gäbe es aktuell noch keine Aussagen zu einem möglichen Baubeginn, wie Bürgermeister Krötz sagt. „Ich bin aber gespannt, wann ich Neues berichten kann.“
