Von Kuschelecke über Maltisch bis Leseecke hat die Spielgruppe alles, was sie braucht. Leicht war das nicht. Lisa Laidig und Sarah Hügel sind sichtlich erleichtert, dass nach alle den Wochen und Monaten des Bangens und der eifrigen Suche nach einer neuen Unterkunft eine Lösung gefunden wurde. Die Katholische Kirche habe das Mietverhältnis auf Ende des Jahres gekündigt, sagt Lisa Laidig, die erste Vorstandvorsitzende des Vereines, der seinen Namen ändern musste. Mit dem Auszug aus dem Kirchheimer Bohnauhaus passte der Gruppennamen nicht länger, sodass aus den Bohnauzwergen die Zwergenbande wurde.
Suche schien unmöglich
Der Grund für die Kündigung waren aber nicht etwa Spannungen zwischen Vermieter und Mieter, sondern Brandschutzvorgaben, die im Bohnauhaus nicht mehr alle erfüllt werden konnten, sagt Lisa Laidig. Es war schnell klar, dass eine Ersatzunterkunft hermusste. Die Suche sollte sich jedoch zur Mammutaufgabe entwickeln. „Wir waren auch mit der Stadt in engem Austausch, aber es erschien schier unmöglich, eine Alternative zu finden“, sagt Lisa Laidig. Die Eltern haben alle Hebel in Bewegung gesetzt und sind schließlich über einen privaten Kontakt beim Christlichen Verein Junger Menschen Kirchheim (CVJM) gelandet.

Im Oktober vergangenen Jahres kam dann die erlösende Nachricht: Die Kindergruppe durfte es sich in den Räumen des CVJM im wahrsten Sinne des Wortes gemütlich machen, sagt Lisa Laidig. Ganz so schnell ging es dann aber doch nicht. Zuerst brauchte es noch eine Genehmigung vom Bauamt. Bis zum Ende des Jahres war das nicht zu schaffen, weshalb die Bohnauzwerge noch bis April im Bohnauhaus bleiben konnten, sagt Lisas Laidig. Seit Mai spielen die anderthalb- bis dreijährigen Kindern jetzt aber schon in der neuen Unterkunft. „Wir sind sehr froh, dass wir die unteren Räume und auch einen Teil des Gartens des CVJM bekommen haben“, sagt Sarah Hügel, die zweite Vorsitzende des Vereins. Bis zum Tag des Einzugs ist jedoch viel Schweiß geflossen: Alle Eltern haben mitangepackt, haben abgebaut, gestrichen, aufgebaut und vieles mehr, sagt Hügel. Ein klarer Pluspunkt des Vereins ist nach Sarah Hügels Worten darin zu sehen, dass es sehr familiär zugehe und alle Eltern zusammen helfen würden.
Mit einer Elterninitiative hat es angefangen
Die Bohnauzwerge sind aus einer Elterninitiative bereits Anfang der 90er-Jahre entstanden, 2001 wurde der Verein schließlich eingetragen, sagt Lisa Laidig. Das Besondere: Die Eltern der zu betreuenden Kinder bilden den Vorstand, erklärt Sarah Hügel. Insgesamt bietet der Verein 15 Betreuungsstunden pro Woche für die höchstens zehnköpfige Gruppe von Kindern im Alter von anderthalb bis drei Jahren. „Wir haben immer dienstags bis freitags von 8.15 bis 12 Uhr geöffnet“, sagt Laidig. Außerdem habe die Gruppe, laut Hügel, aufgestockt. So könne der Verein einen großen Pool an Springern aufweisen. Im Falle von urlaubs- oder krankheitsbedingten Ausfällen gebe es so immer genügend Ersatzkräfte.
„Bei uns sollen die Kinder erste Spielmöglichkeit unter Gleichaltrigen haben, sie sollen Sozialkontakte knüpfen und ein sanftes Ablösen vom Elternhaus erleben“, sagt Laidig. Zudem sei es für so kleine Kinder angenehm, dass das Mittagessen wieder zu Hause stattfinde.
Besuchstermin im September
Die neuen Räume der Zwergenbande im Doschler 30 in Kirchheim können sich Interessierte am 23. September um 12 Uhr ohne Anmeldung anschauen. Für den Herbst gibt es in der Kindergruppe noch freie Plätze.

