Gefahr
DLRG Weilheim gibt Tipps: Sicher durch die Badesaison

Im Jahr 2023 ist die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken im Vergleich zum Vorjahr in Baden-Württemberg gestiegen. Tipps für einen ungetrübten und sicheren Badegenuss im Freien.

Helle und leuchtende Badekleidung lässt sich im Wasser gut erkennen und trägt zur Sicherheit bei. Foto: DLRG

Gegen hohe Temperaturen im Sommer hilft Abkühlung. Gut, wenn ein Freibad, ein Fluss oder ein See in der Nähe ist, wo man schwimmen kann. Immer wieder kommt es aber auch zu tödlichen Unfällen, die vielleicht hätten verhindert werden können.

„Neben Gefahren der Gewässer wie zum Beispiel Strömungen, gesundheitliche Beeinträchtigungen und schlechte Schwimmfertigkeit, sind es auch Leichtsinn, Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, hohe Risikobereitschaft und das Schwimmen unter Alkoholeinfluss, die die Ertrinkungszahlen jedes Jahr nach oben treiben“, nennt Sophie Strohmaier, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit DLRG Ortsgruppe Weilheim Ursachen, die es zu vermeiden gilt. Unfallschwerpunkte seien vor allem Binnengewässer, da diese oft unbewacht seien.

 

Kinder verunglücken oft, wenn Eltern unaufmerksam sind. Deshalb: Handy weg.

Sophie Strohmaier, DLRG-Ortsgruppe Weilheim

 

Je nach Schwimmort lauern weitere Gefahren: In Hallen-, Frei- und Erlebnisbädern sind das etwa Rutschen oder Wellenbecken, in stehenden Gewässern Wasserpflanzen, Unrat, schlammiger Boden oder bei langen heißen Sommern Blaualgen. Tückisch erweisen auch Temperaturunterschiede, die zu einem Kälteschock führen können. In fließendem Gewässer bergen oft Wehre, Strömungen, Treibgut oder Motor- und Segelboote Risiken.

Badeunfälle vermeiden

Deshalb rät Sophie Strohmaier, egal, wo man Schwimmen geht, einer Person Bescheid zugeben, die Baderegeln einzuhalten und nur dort zu baden, wo es erlaubt ist. Es sollte auch immer jemand da sein, der bei Problemen helfen kann.

Grundvoraussetzungen für sicheres Schwimmen sind: Man sollte sich gut fühlen, nicht hungrig sein, aber auch nicht direkt davor gegessen haben. Vorheriges Abkühlen verhindert einen Kälteschock. Bekommt man im Wasser Probleme, ist es wichtig, dann und nur dann laut „Hilfe“ zu rufen und mit winkenden Armen auf sich aufmerksam zu machen. Grelle Schwimmkleidung hilft im Wasser, besser gesehen zu werden. Das bietet sich ganz besonders für Kinder an. Kinder sollten am und im Wasser nicht unbeaufsichtigt sein. „Oft verunglücken sie dann, wenn Eltern unaufmerksam sind – deshalb Handy weg“, lautet Sophie Strohmaiers Rat.

Wichtig ist auch die gegenseitige Rücksichtnahme: außerhalb des Wassers nicht zu rennen, nicht zu schubsen oder im Wasser jemanden nicht unter Wasser zu drücken. Für einen Sprung ins Nass muss es tief genug und frei sein. Und: Im Freien bei einem Gewitter ist Baden oder Schwimmen lebensgefährlich. Deshalb bei Blitz, Donner, Starkregen sofort raus aus dem Wasser.

Wenn man in Not ist

Bei der Selbstrettung heißt es: Ruhe bewahren. Ist man erschöpft, können Erholungsphasen und kraftsparendes Verhalten dies lindern. Eine Möglichkeit ist das Ausruhen in Rückenlage („Toter Mann“). Dazu legt man sich flach ausgestreckt auf den Rücken, der Kopf taucht dabei bis zu den Ohren ins Wasser. Das Kinn wird leicht zur Brust gezogen, Hände und Beine sorgen mit kleinen Bewegungen für Gleichgewicht.

Kommt es zu Krämpfen, sollte man zum Rand schwimmen oder in Rückenlage versuchen, den betroffenen Muskel durch Anspannen des entgegengesetzten Muskels zu dehnen – je nachdem, wo der Krampf auftritt.

Erste Hilfe bei Badeunfällen

Ist eine andere Person in Gefahr, gilt: Sich nicht selbst in Gefahr bringen Der betroffenen Person sollte ein Gegenstand zugeworfen werden, an dem sie sich festhalten kann. Das kann ein Rettungsring, eine Luftmatratze oder etwas mit viel Auftrieb sein. In jedem Fall sollte man sich unter der Notrufnummer 112 oder über eine Notrufsäule, die es an vielen Badeseen gibt, Unterstützung holen.

 

43 Menschen sind 2023 in Baden-Württemberg ertrunken. Im Jahr davor waren es noch 29.