Der Kammerchor aus Kirchheims Partnerstadt Kalocsa hat kürzlich in der Martinskirche ein Konzert gegeben. Der Chor reiste am vergangenen Freitag an, um dann am Samstagabend zu singen, und fuhr am Sonntagmorgen wieder nach Kalocsa zurück. Es war eine herausfordernd lange Reise mit einem kurzen Aufenthalt – und ein ganz besonderes Konzert mit einem einmaligen Programm.
Der Chor gestaltete ein abwechslungsreiches Programm mit kirchlichen Kompositionen, ungarischen Volksliedbearbeitungen und einer Kalocsaer Volkslied-Suite, Arrangements von amerikanischen Spirituals und Werken von Franz Liszt sowie zeitgenössischen ungarischen Komponisten wie Zoltán Kodály und Lajos Bárdos.
Was war mehr zu bewundern: die temperamentvollen und rhythmisch geprägten Passagen der ungarischen Volksmusik oder die Arrangements von „Ubi caritas“ von Soli Deo Gloria, das „Ave Maria“ von Franz Liszt oder die Pentatonix-Fassung von Leonard Cohens „Halleluja“? Es war die Vielfalt und der farbenreiche, differenzierte Chorklang vom raumfüllenden Crescendo bis zum verinnerlichten Piano. Viele Besucher waren berührt vom innigen „Ave Maria“, andere von den lautmalerisch sich steigernden Tönen der Kalocsaer Volkslied-Suite.
Durch die Inspiration der charismatischen Chorleiterin Boglárka Böttger Englerne wurde sofort spürbar, dass hier eine wechselseitige Resonanz zwischen ihr und ihrem Chor besteht. Es war eine Freude, ihr zuzuschauen und zu sehen, wie sie ihren Chor intensiv fordert und eine innere Verbindung besteht.
Die Besucher waren von Anfang an fasziniert und hörten beeindruckt zu. Nach jedem Beitrag gab es langanhaltenden Applaus und zum Schluss stehende Ovationen für den Chor und ihre Dirigentin. Willi Kamphausen führte als Moderator durch das Konzert und sang abschließend mit allen Besuchern den Kanon „Viel Glück und viel Segen“ für den Chor als Dank für ein eindrucksvolles Konzert.

