Kirchheim
„Für eine Ausbildung ist es nie zu spät“

Arbeitsmarkt Während die Zahl der Arbeitslosen gesunken ist, haben Betriebe nach wie vor Schwierigkeiten, ihre offenen Stellen mit Auszubildenden zu besetzen.

Die Agentur für Arbeit will Betriebe und Jobsuchende zusammenbringen. Symbolbild: Tobias Tropper

Im Landkreis Esslingen waren im Mai insgesamt 12.529 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 66 Personen oder 0,5 Prozent weniger als im April, aber 1361 (plus 12,2 Prozent) mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,0 Prozent (Esslingen: 4,4 Prozent; Kirchheim: 3,8 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 3,6 Prozent und Nürtingen: 3,9 Prozent). Im Mai 2023 lag sie bei 3,6 Prozent.

„Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im Mai günstig entwickelt. Bei nahezu allen Personengruppen sehen wir einen Rückgang. Allerdings befinden wir uns noch weit über dem Niveau vor dem Ukraine-Krieg oder der Corona-Krise. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es gerade zwei Seiten, die sich scheinbar einfach ergänzen. Auf der einen Seite suchen Betriebe Personal, auf der anderen Seite haben wir arbeitslos gemeldete Menschen auf der Suche nach einem Job. Allerdings ist innerhalb der einzelnen Branchen die Angebots- und Nachfragestruktur sehr unausgeglichen. Häufig fehlt auch die entsprechende Qualifikation, oder es stehen beispielsweise gesundheitliche Probleme einer schnellen Vermittlung in Arbeit im Wege. Insbesondere bei fehlender Qualifikation ist Weiterbildung die Antwort auf den Bedarf an Arbeitskräften, gerade bei diesem sehr agilen und sich technisch rasant schnell weiterentwickelnden Arbeitsmarkt“, sagt Karin Käppel, Leiterin der Agentur für Arbeit Göppingen. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Käppel betont: „Für eine Ausbildung ist es nie zu spät. Auch für diejenigen, die sich im Erwerbsleben umorientieren wollen oder müssen, lohnt der Blick auf eine Ausbildung, die auch in Form einer betrieblichen Umschulung durchgeführt werden kann.“

Im Landkreis Esslingen meldeten sich 2072 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle, 117 mehr als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Plus von 6,0 Prozent. Zugleich gab es 3339 gemeldete Berufsausbildungsstellen, 230 oder 7,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Die Chancen auf Ausbildung sind auch dieses Jahr richtig gut. Ich bin überzeugt: Wer sich ernsthaft für eine Ausbildung interessiert, wird das passende Angebot finden. Eine Ausbildung ist nach wie vor die beste Eintrittskarte in ein erfolgreiches Berufs- und Arbeitsleben, und der Wechsel von der Schule ins Berufsleben ist der erste Schritt in Richtung Selbstständigkeit“, sagt Karin Käppel. „Eine duale Ausbildung gibt jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Zukunft in die Hand zu nehmen und aktiv zu gestalten“, sagt sie. Aktuell seien noch viele Ausbildungsstellen frei. pm