Kinder
Ferienprogramm des Kirchheimer Brückenhauses: einmal durch Europa in sieben Tagen

An der Teck-Grundschule fand in diesem Sommer wieder das beliebte Kinderferienprogramm vom Verein Brückenhaus statt. Das diesjährige Motto: eine Reise durch Europa.

In der Schmuckwerkstatt können sich die Kids bunte Armbänder basteln. Foto: Jule Störk

Über den Hof der Teck-Grundschule schallen Musik und Kinderstimmen. Wo die Schülerinnen und Schüler üblicherweise die große Pause verbringen, steht jetzt eine große Hüpfburg. Naja, genau genommen tut sie das noch nicht, aber sie wird es, sobald sich die Plastikhülle am Boden vollständig mit Luft gefüllt hat. Die Vorfreude auf dem Schulhof ist jedenfalls riesig. Es hat sich bereits eine lange Schlange an Kindern gebildet, die ungeduldig darauf warten, endlich hüpfen zu dürfen.

Wir finden es ganz wichtig, dass man den Kindern nichts aufdrückt. 

Birgit Blank-Gleich, pädagogische Geschäftsführerin beim Verein Brückenhaus

„Eine Reise durch Europa“ lautet in diesem Sommer das Motto der Kinderferienbetreuung vom Verein Brückenhaus, das seit über 40 Jahren Tradition in Kirchheim hat. Mittlerweile findet das Programm zum dritten Mal an der Teck-Grundschule statt. Grund für den Umzug vom Schlossgymnasium waren Bauarbeiten. Glücklicherweise fühlen sich Kinder und Betreuende auf dem Gelände der Grundschule pudelwohl. „Wir finden es hier klasse“, meint Birgit Blank-Gleich, pädagogische Geschäftsführerin des Brückenhauses.

So langsam nimmt die Hüpfburg Gestalt an. Den Kids kann es gar nicht schnell genug gehen. Foto: Jule Störk

Der Ansturm ist auch dieses Jahr wieder groß: Um die 170 Kinder zwischen sieben und 13 Jahren tummeln sich auf dem Gelände. Die rund 30 ehrenamtlichen und elf hauptamtlichen Betreuerinnen und Betreuer haben also alle Hände voll zu tun. Wettertechnisch habe man leider „schlechte Startbedingungen“ gehabt, bedauert Birgit Blank-Gleich. Mittlerweile ist das Wetter aber ebenso gut wie die Stimmung.

Ein Amulett, eine Mission

Weniger gut ist die Stimmung bei „Oma“. Denn irgendwo in Europa hat sie ihr geliebtes Amulett verloren. Zum Glück kann sie sich bei der Suche auf reichlich Unterstützung verlassen: Die rund 170 eifrigen Helferchen machen sich auf eine Reise über den Kontinent, um das Amulett aufzuspüren. Neben den festen Programmpunkten, wie der großen Stadtrallye, haben Omas kleine Retterinnen und Retter auf ihrer Reise natürlich auch reichlich Freizeit. Über den gesamten Kontinent – der für eine Woche auf die Größe des Schulgeländes geschrumpft ist – sind zahlreiche Stationen verteilt, an denen sich die Kids kreativ und körperlich austoben können.

Die Teilnehmenden können etwa Musikinstrumente oder Schmuck basteln, batiken, malen, eine Zeitung gestalten, tanzen, theaterspielen, Sport machen, Spiele spielen oder beim Yoga die Körperspannung trainieren. Zwischendurch stehen immer wieder kleine Aufführungen auf dem Programm, bei denen die Kinder ihre einstudierten Choreografien und Stücke präsentieren dürfen.

Sieht aus wie gekauft: An dieser Station lernen die Kinder, mit Peddigrohr zu arbeiten. Foto: Jule Störk

Ein „absolutes Highlight“, so Birgit Blank-Gleich, sei natürlich der Freizeitpark mit Hüpfburg von der Kreissparkasse. Besonders gut komme aber auch das Sportprogramm und der Selbstverteidigungs-Workshop an, ergänzt Imke Lehmann. Sie ist mittlerweile seit über 15 Jahren als ehrenamtliche Betreuerin mit dabei und weiß, wie der Hase läuft. Wie die 33-Jährige erklärt, gehe es bei dem Workshop nicht nur um Wege, sich körperlich zur Wehr zu setzen, sondern auch um das Verhalten in unangenehmen Situationen. Was die Kinder da gelernt haben, durften sie bereits an Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader demonstrieren: „Die Mädels haben ihn gleich drei Mal auf die Matte gelegt“, spaßt Birgit Blank-Gleich.

Von Bällen, Booten und Bastelspaß

„Wir finden es ganz wichtig, dass man den Kindern nichts aufdrückt“, betont die pädagogische Geschäftsführerin. Imke Lehmann spricht in diesem Kontext von einem „bedürfnisorientierten Angebot“. Das heißt: Die Kinder dürfen ihren Tag zum größten Teil frei gestalten, und auch das Programm lässt sich flexibel an das Feedback der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer anpassen.

Manche der Kids, darunter der zehnjährige Jonathan, nutzen die Betreuung, um potenziellen neuen Hobbys eine Chance zu geben. Obwohl er im Normallfall „nicht so“ gerne bastelt, hat er den Vormittag genutzt, um in der Bastel- und Spielewerkstatt aus verschiedenen Materialien ein kleines Bötchen zu bauen. Seine kreative Ader hat er in den Tagen davor bereits bei der Zeitung und beim Radio bewiesen. Die Bastel- und Spielewerkstatt gefällt ihm davon aber am besten.

Die Auswahl an Materialien in der Spiele- und Bastelwerkstatt ist groß. Foto: Jule Störk

Experimentierfreudig war auch der zehnjährige Philip. Er hat sich während der ersten Tagen bereits sportlich beim Fußball, Zombieball und Hockey verausgabt, sich in verschiedenen Spielen gemessen und ein Flugzeug gebastelt. Das habe er mittlerweile aber an seinen Bruder verschenkt. Sein bisheriges Highlight: UNO. Und die Hüpfburg – die ist auch „richtig cool“. Ob er im nächsten Jahr wiederkommen möchte? „Auf jeden Fall“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Insgesamt geht das Ferienprogramm eine Woche. Zum krönenden Abschluss sind Kinder und Elternschaft zu einem großen Fest eingeladen, bei dem die Teilnehmenden zeigen können, was sie die Tage über getrieben haben. Man munkelt, dass sich bei dieser Gelegenheit auch herausstellen könnte, wo Omas Amulett denn nun die ganze Zeit gesteckt hat.