Regensommer
Freibäder: Alle hoffen auf sonnige Ferien

Die Besucherzahlen sind in Kirchheim und Weilheim erwartungsgemäß nicht rekordverdächtig.
Die Mitarbeitenden freuen sich über jeden Stammgast und setzen auf gutes Wetter in den nächsten Wochen. 

Die Sonnenstunden hielten sich diesen Sommer bislang in Grenzen, weshalb passionierte Schwimmer viel Platz im Kirchheimer Freibad haben. Foto: Markus Brändli

Ein wahres Wechselbad der Temperaturen ist der Sommer. Ächzten viele unter der Hitze im Juni, zeigte der Juli allen die kalte Schulter – einhergehend mit zahlreichen Niederschlägen. Unbeständig war das beliebteste Wort der Meteorologen, wenn sie die Wetterlage beschrieben. Ab heute soll es zumindest wieder wärmer werden, ein relativ stabiles Hoch vom Atlantik hat sich anscheinend angekündigt.

In den sozialen Medien kursieren viele Posts, die den langen, nassen Sommer auf die Schippe nehmen. Ein Foto zeigt beispielsweise eine Gruppe Menschen im Becken eines Freibads, die sich unter einem großen Schirm vor dem Regen schützen – frei nach dem Motto: Hauptsache trocken von oben. 

Die Lage im Kirchheimer Freibad

„Die Stimmung im Freibad ist derzeit eher gedämpft. Viele Besucher sind enttäuscht über das wechselhafte und oft schlechte Wetter, das viele Besucher abschreckt ins Freibad zu gehen. Besonders Familien und Schwimmerinnen und Schwimmer vermissen das schöne Wetter und die Sonne“, sagt Bädermanagerin Tina Steinrück. Dennoch gibt es Stammgäste, die sich vom Regenwetter nicht abschrecken lassen, positiv bleiben und zum Schwimmen kommen.

Das schlechte Wetter wirkt sich deutlich auf die Besucherzahlen aus. An Regentagen bleiben viele Gäste fern, und selbst an Tagen mit nur vereinzelten Schauern entscheiden sich viele lieber für alternative Freizeitaktivitäten. „Im Vergleich zu den Vorjahren ist ein starker Rückgang im Juli festzustellen. Dafür waren Mai und Juni richtig gut besuchte Monate“, so Tina Steinrück.

Eine genaue Zahl lässt sich für sie jedoch nicht nennen, aber erfahrungsgemäß kommt eine kleine Gruppe von „Unentwegten“, etwa 150 bis 200 Personen am Tag, auch bei Regen. „Das sind oft Stammgäste, sportliche Schwimmer oder Menschen, die gezielt das ruhigere Bad bei schlechtem Wetter schätzen“, sagt die Bädermanagerin.

Ein niedriger Zaun aus Treibholz soll den Pop-up-Garten vor dem Eingang schützen. Foto: Markus Brändli

Für die Mitarbeitenden ist die Saison ein Auf und Ab. Die niedrigeren Besucherzahlen bedeuten zwar weniger Stress an der Kasse und bei der Aufsicht, gleichzeitig fehlt aber „die tolle Atmosphäre, die an gut besuchten, sonnigen Tagen herrscht“. Ungeachtet dessen sorgt das Team für positive Stimmung und hält die Anlagen gut in Schuss, um einen angenehmen Aufenthalt zu bieten.

Pop-up-Garten am Eingang

Das wird schon im Eingangsbereich deutlich. „Wir haben hier einen Pop-up-Garten. Viele bringen irgendwas mit und begrünen das Beet rund um die Kiefer“, freut sich Daniela Noël. Von den Stammgästen wird sie allesamt freudig begrüßt, wenn sie den Kassenbereich passieren, in dem sie mit ihrer Kollegin die Oberhoheit hat. Mit einem Augenzwinkern beschwert sich einer bei ihr über das schlechte Wetter. „Es geht familiär zu bei uns bei diesem Wetter, da haben wir Zeit für unsere Stammgäste“, sagt Daniela Noël. 

Vor allem der Pop-up-Garten ist ein gemeinschaftliches Lieblingsprojekt. „Mich hat es total geärgert, dass die Leute einfach die Blumen niedergetrampelt haben, insbesondere die schönen Königskerzen, nur um wenige Schritte zum Kassenhäuschen zu sparen“, erzählt sie. Als erste Maßnahme hat sie alle Kiefernzapfen gesammelt und eine sichtbare Barriere mit einem dicken Ast markiert. Doch auch das hat nicht gefruchtet. Jetzt steigen immer wieder Stammgäste in Lindach und Lauter und sammeln angeschwemmte Äste ein, damit ein niedriger Naturzaun das runde Beet schützt. Ein „Krokodil“ aus Schwemmholz gibt es jetzt auch im Freibad – nicht nur im Bürgersee. Es hat einen exponierten Platz bekommen, um die Leute abzuschrecken und die eingesäten Pflänzchen zu schützen. „Das wird ein richtiges Kräuterbeet“, hütet Daniela Noël das kleine Fleckchen Erde, um das ein Treffpunkt entstanden ist. „Lange bevor wir öffnen, versammeln sich unsere Gäs­te und unterhalten sich über alles, was in Kirchheim gerade ansteht“, sagt Daniela Noël.

Das Freibad in Weilheim

Aktuell liegt die Gästezahl für diese Badesaison im Weilheimer Freibad bei knapp über 27.000 Besucherinnen und Besuchern. „Am 18. Juli besuchte der 25.000. Gast das Freibad – bis dahin verhielten sich die Besucherzahlen im üblichen Rahmen“, verrät Stefanie Halmel von der Stadtverwaltung Weilheim. An den heißen Tagen im Juni wurden öfter über 1000 Besucher pro Tag gezählt. Die Besucherzahlen sind an den vergangenen kühleren und verregneten Tagen deutlich auf teilweise sogar unter 100 eingebrochen. „Insgesamt sind wir aber zufrieden und hoffen auf noch zahlreiche sonnige und warme Tage in den Ferien“, sagt sie.

Die Aufenthaltsdauer der Freibad-Besucher hat sich verständlicherweise eher verkürzt. Viele Gäste kommen eher nur zum Schwimmen als zum Chillen auf der Wiese. „Auch kommen aktuell nur wenige Familien mit Kleinkindern. Dabei bietet das Freibad ja nicht nur kühles Nass, sondern mit Spielplatz, Tischtennisplatte und Beachvolleyballfeld auch sehr gute Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“, wirbt Stefanie Halmel für einen Besuch.

Die Dauerschwimmer trotzen jedoch jedem Wetter und kommen teilweise sogar täglich. An schlechten Tagen sind es zwischen 40 und 60 Personen. „Unsere Freibadmitarbeiter hätten natürlich auch lieber schönes Wetter mit mehr Besuchern“, so Stefanie Halmel. Sie waren an den verregneten Tagen unter anderem mit Pflegemaßnahmen wie Grünarbeiten – Rasenmähen, Heckeschneiden und Ähnliches – und Wartungsarbeiten im Gebäude beschäftigt und haben die Zeit so gut genutzt.