Kinderlachen hallt durch die Kirchheimer Walter-Jacob-Sporthalle am Schlossgymnasium. Im hinteren Teil versuchen sich einige Mädels mit Turnringen an akrobatischen Kunststücken. In der Mitte fliegen Bälle durch die Luft, die den seitlich aufgehängten Basketballkorb treffen sollen. Ganz vorne schwingen Kinder wie Spiderman an den langen Tauseilen vor und zurück. Wer dann noch nicht genug hat, kann sich eine Ecke weiter im DAV-Kletterturm herausfordern. Knapp zehn Meter geht es an den bunten Klettergriffen nach oben.
Mit Kindern funktioniert Inklusion am einfachsten.
Jessica Schwabe, Mitarbeiterin der Lebenshilfe
Eine Festung aus Matten
Der Sporttag des Kinderferienprogramms vom Mehrgenerationenhaus Linde hat allerlei zu bieten und lässt der Langeweile in der unterrichtsfreien Zeit keine Chance. In diesem Jahr gibt es eine große Besonderheit: Dank der Kooperation mit der Kirchheimer Lebenshilfe sind knapp zehn Kinder mit Handicap dabei.
„Mit Kindern funktioniert Inklusion am einfachsten. Sie haben keine Vorurteile und denken gar nicht über die Beeinträchtigungen nach“, sagt Jessica Schwabe, Mitarbeiterin der Lebenshilfe. „Schon am ersten Tag hatten wir die tollsten Kombinationen, die zusammen gespielt und sich gegenseitig geholfen haben“, freut sich Noah Merkert, FSJler der Linde. Sein persönliches Highlight des Sporttags war der Bau einer Festung aus Matten, Kästen, Hütchen und allem, was sie sonst noch so gefunden haben. Verteidigt haben sie sich mit Bällen – was aber den Untergang der Burg und die feindliche Übernahme nicht verhindern konnte.

Die Jungen und Mädchen sind nicht in feste Gruppen eingeteilt und können, je nachdem worauf sie Lust haben, frei entscheiden, was sie machen wollen. Statt sportlichen Aktivitäten haben sich beispielsweise einige Teilnehmer für Mandalas malen entschieden. Die Kinder mit Handicap waren in der Mittagspause noch etwas länger draußen unterwegs, um sich bei strahlendem Sonnenschein von dem kräftezehrenden Programm zu erholen und um Energie aufzutanken.
Futterschale für die Katze
Die insgesamt drei Tage des Kinderferienprogramms waren unterteilt in den Kreativ-, den Sport- sowie den Naturtag. So haben die Teilnehmer am ersten Tag Sandbilder gemacht, mit Nägeln und Hämmer hantiert und auch aus Ton ein paar Erinnerungsstücke für zu Hause geschaffen. „Ich habe meiner Katze eine Futterschale gemacht“, freut sich eine der Teilnehmerinnen.
Am gestrigen Freitag, der dritte und letzte Tag vom Kinderferienprogramm, waren die Jungen und Mädchen im Garten vom Mehrgenerationenhaus aktiv. Sie haben geschnitzt, Feuer gemacht, Bogen geschossen und sogar Stockbrot gegrillt. An Helfern dafür mangelt es glücklicherweise nicht. Neben den regulären Mitarbeitern der Linde und der Lebenshilfe unterstützen auch die FSJler und weitere Ehrenamtliche bei dem inklusiven Ferienprogramm. An Ostern wird sich in der Linde alles rund um die Detektivarbeit drehen: Mit selbstgebastelter Ausrüstung und der Fähigkeit, Geheimbotschaften zu entschlüsseln, werden sich Kinder auf Spurensuche begeben und knifflige Fälle lösen.


