Medizin
Grippe: Rund um Kirchheim wird der Impfstoff knapp

Vor den Feiertagen noch zur Grippe-Impfung? Könnte schwierig werden. In den Praxen rund um die Teck geht jetzt der Impfstoff zur Neige. 

Der Grippe-Impfstoff ist in vielen Praxen rund um Kirchheim nahezu aufgebraucht. Symbolfoto: Markus Brändli
Der Grippe-Impfstoff ist in vielen Praxen rund um Kirchheim nahezu aufgebraucht. Symbolfoto: Markus Brändli

Die Grippe-Welle rollt, viele Menschen liegen aktuell mit Fieber im Bett. Jetzt nahen auch noch die Feiertage – und damit eine Zeit, in der man gerne unbeschwert in der Kirche sitzen oder mit der Familie zusammen sein möchte. Wer sich jetzt noch für die Grippe-Impfung entscheidet, um sich oder andere zu schützen, muss sich beeilen. Denn Arztpraxen und Apotheken rund um die Teck melden, dass der Impfstoff knapp wird oder schon vergriffen ist.

„Die Nachfrage ist in diesem Jahr zum Glück deutlich höher als in den vergangenen Jahren – zum Glück“, sagt Dr. Wolf-Peter Miehe, Hausarzt in Weilheim und Sprecher der Kreisärzteschaft im Altkreis Nürtingen. Möglicherweise haben die Berichte über eine frühe und heftige Grippewelle mehr Menschen als sonst dazu bewogen, sich den Pieks abzuholen. Allerdings ist die Nachfrage auch höher als das Angebot. „Für unter 60-Jährige ist unser Kontingent weg“, sagt der Allgemeinmediziner. Man habe aber in dieser Woche 20 Dosen nachbestellen können. Diese Impfdosen könnten jedoch nur gesetzlich Versicherten verabreicht werden, da es sich um Impfstoff in 10er-Packungen handle, erklärt Miehe. Privatpatienten müsse der Impfstoff individuell in Einzeldosen verordnet werden, welche nicht mehr verfügbar seien.

Für die über 60-Jährigen gibt es in der Praxis, die der Weilheimer Hausarzt mit seiner Kollegin und weiteren Ärzten betreibt, noch Impfstoff, wenn auch nicht mehr viel. „Wir haben aktuell noch sieben Prozent unserer Bestellung“.

Nachbestellungen kaum möglich

Grippe-Impfstoff lässt sich nicht beliebig nachordern. „Die Bestellung erfolgt immer Ende Januar für die folgende Saison“, erklärt Wolf-Peter Miehe. In diesem Jahr sei die Frist erstmalig bis Ende April verlängert worden. „Die Praxen können nur eine definierte Menge bestellen: maximal 115 Prozent der in der Vorsaison tatsächlich geimpften Dosen“, erklärt der Hausarzt. Für Patienten über 60 Jahre werde von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ein „verstärkter“ und nahezu doppelt so teurer Impfstoff empfohlen. „Ob er tatsächlich effektiver ist, wird wissenschaftlich kontrovers diskutiert“, so Miehe.

Das erhöht die Motivation, sich impfen zu lassen, oft drastisch.

Dr. Wolf-Peter Miehe, Weilheimer Hausarzt, über Patienten, die einmal eine echte Grippe durchgemacht haben.

Wie prognostiziert, ist die Grippewelle laut dem Allgemeinmediziner in dieser Saison „sehr früh und heftig unterwegs“. Erkrankt seien bisher nur ungeimpfte Personen, „viele Schulkinder, die dann ihre Familien meist vollständig anstecken“. Miehe plädiert dafür, mit der Impfung schon im Kindesalter zu beginnen, da die Erkrankung nicht harmlos sei. „Eine möglichst wirksame Immunität gegen Influenza-Viren entsteht durch die jährliche Wiederholung der Impfung mit saisonal immer wieder angepassten Impfstoffen“, sagt er. Seiner Erfahrung nach nehmen viele Menschen die echte Grippe erst dann ernst, wenn sie sei einmal selbst gehabt haben. „Das erhöht die Motivation, sich impfen zu lassen, oft drastisch.“

Auch in Apotheken wird geimpft

Auch Apotheken wie die Pinguin-Apotheke bieten die Grippe-Impfung an. Allerdings ist auch in der Kirchheimer Apotheke der Impfstoff beinahe aufgebraucht. Auf apoguide.de  können Impf-Willige, die beim Hausarzt nicht mehr geimpft werden können, nach Apotheken im Umkreis suchen, die diese Leistung anbieten.