Kinderbetreuung
Im KW-Kindergarten Kirchheim sind alle Stellen wieder besetzt

Im KW-Kindergarten hat die Kündigung von vier Erzieherinnen im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt. Ein Besuch zwölf Monate später. 

Das Bällebad in der kleinen Turnhalle des KW-Kindergartens lädt zum Toben ein. Foto: Carsten Riedl

In der kleinen Turnhalle des Konrad-Widerholt-Kindergartens in Kirchheim ist es ungewöhnlich ruhig. Eine Gruppe von Kindern sitzt mit geradem Rücken auf Sitzmatten, die Beine im Schneidersitz gefaltet. Die Hände ruhen auf den Knien, Daumen und Zeigefinger berühren sich. „Gerade ist Yoga“, flüstert Linda Hägele, die Leiterin des KW-Kindergartens, und macht die Tür leise wieder zu. Dieses Angebot gibt es erst seit Kurzem, speziell für die Vorschulkinder. Wenn die Yoga-Stunde vorbei ist, werden die Erzieherinnen einen Bewegungs-Parcours für die Kinder aufbauen, der laut Linda Hägele sehr beliebt ist.

Der gesamte KW-Kindergarten hat bewegte Zeiten hinter sich. Ende vergangenen Jahres kündig­ten vier Erzieherinnen auf einmal. Eltern, die um die zuverlässige Betreuung ihrer Kinder bangten, wandten sich daraufhin an den Teckboten. Eine weitere Sorge war, dass aufgrund des befürchteten Personalmangels die Zahl der Schließtage stark ansteigen würde.

Jeden Morgen bauen die Erzieherinnen und Erzieher einen Bewegungs-Parcours für die Kinder auf. Foto: Carsten Riedl

Laut Linda Hägele und der stellvertretenden Leiterin Isabell Weigand sind diese Befürchtungen nicht eingetreten. „Die Stellen sind ohne Verzug wieder besetzt worden“, sagt Hägele. Es sei ihnen beiden ein sehr großes Anliegen gewesen, für die 68 Kinder, die die Einrichtung besuchen, einen guten Übergang zu schaffen. Als Leitung sei sie bei den Gesprächen mit dabei gewesen, um sicherzustellen, dass das neue Personal das teiloffene System gut umsetzen kann. Alle hätten zunächst in der Einrichtung hospitiert und sich dann erst für die Stelle entschieden. Die Kinder hätten den Personalwechsel gut verkraftet, sagt Linda Hägele. „Dadurch, dass es so tolle Pädagoginnen und Pädagogen sind, haben sich die Kinder schnell an die neuen Kräfte gewöhnt.“

Teiloffenes Konzept ist noch ganz frisch

Dass der KW-Kindergarten auf ein teiloffenes Konzept umgestellt hat, ist erst ein dreiviertel Jahr her. Vorher fand das Kindergartenleben in den jeweiligen Gruppen statt, mit einer Teilöffnung pro Woche. „Zu erreichen, dass die Kinder sich im ganzen Haus und bei allen Erzieherinnen und Erziehern wohlfühlen, das war der Schwerpunkt unserer Arbeit des vergangenen Jahres“, sagt Linda Hägele.

Die Leiterin und ihre Stellvertreterin sind von der Umstellung voll und ganz überzeugt. „Man sieht, dass die Kinder richtig wachsen, weil sie mehr Verantwortung für ihre Tagesgestaltung übernehmen dürfen“, sagt Hägele. Während es früher ein gemeinsames Vesper in den jeweiligen Gruppen gab, dürfen die Kinder jetzt in einem gewissen Rahmen wählen, wann und ob sie essen wollen, und mit ihrem Vesper in den Bistro-Raum gehen. Um die Eltern mitzunehmen, organisierte der Kindergarten einen Eltern-Kind-Nachmittag, bei dem die Jungen und Mädchen ihre Mütter und Väter durch die Einrichtung führten. Das Feedback einer Umfrage beim Elternabend sei positiv gewesen, teilt Linda Hägele mit. „Die Eltern haben betont, dass ihre Kinder neue Freundschaften geknüpft haben und positive Beziehungen zu allen Erzieherinnen und Erziehern aufgebaut haben.“ Übrigens: Der Eltern-Kind-Nachmittag sei so gut angekommen, dass es zum Projekt „Mein Körper gehört mir“ gleich einen weiteren gab.

Verstecken kann man sich auch darin. Foto: Carsten Riedl

Dass die Eltern im KW-Kindergarten sich so viel einbringen, ist für die beiden Pädagoginnen sehr wertvoll.  Das Beet im Garten sei vom Elternbeirat initiiert und betreut worden. „Die Eltern haben das letzte Sommerfest initiiert, man hat das Laternenfest gemeinsam gestaltet, sie kommen zum Plätzchenbacken“, zählt Isabell Weigand das weitere Engagement der Eltern auf. Linda Hägele lobt aber auch ihr Bestandsteam sowie die neuen Erzieherinnen und Erzieher, die sich mit neuen Ideen einbringen würden. „Eine hat Yoga mitgebracht, die zweite den Bewegungs-Pass, und der dritte hat den Kontakt hergestellt, sodass wir jetzt einmal pro Woche in die KW-Halle zum Turnen dürfen“, sagt sie.