Eine Taverne muss gesellig sein. „Die Menschen sind ausgelassen: Es wird gegessen, getrunken, geredet und gefeiert“, sagt der Kirchheimer Nektarios Bouras. Das Lebensgefühl, den Abend in einer griechischen Taverne ausklingen zu lassen, kennt er gut, auch wenn er in Nürtingen geboren und aufgewachsen ist. Seine Eltern sind in den 70ern nach Deutschland gekommen. Wegen der großen Verwandtschaft am Mittelmeer sind er und seine Frau Maria Mokou aber schon immer regelmäßig in der Sonne des Südens unterwegs, sodass ihnen das Feeling bestens vertraut ist. Vor ein paar Monaten haben die beiden beschlossen, ein Stück Griechenland nach Kirchheim zu bringen: Bereits im Juli konnten sie die Tür zum Meze Meze in der Alleenstraße öffnen.
Mit frischem Brot fing es an
Dem einen oder anderen mag der Name schon bekannt sein: In Bad Cannstatt hat die erste Filiale bereits vor rund neun Jahren eröffnet, die zweite folgte im Jahr 2020 in Stuttgart-Mitte. Die Tavernen waren dem Kirchheimer nicht nur deshalb vertraut, weil er sie mit frischem Brot belieferte, er selbst wurde schnell zum Stammkunden, der dort ausgelassen aß und feierte. „So ein Lokal würde ich auch mal gerne besitzen“, hat sich Nektarios Bouras schon damals gedacht. Nur vier Jahre später war es so weit: Mit dem Inhaber hatte sich bereits eine Freundschaft entwickelt, sodass er ihn schnell davon überzeugen konnte, dass er der richtige Mann für den Stuttgarter Standort war.
Das Konzept, die Standards und den Namen haben, so Bouras, alle drei Tavernen gemein. Auch die Grundausbildung des Personals erfolgte im Mutterschiff, wie Nektarios Bouras die Filiale in Bad Cannstatt nennt. In Kirchheim erwartet er im Gegensatz zu Stuttgart weniger Laufkundschaft. Das stört ihn aber nicht: Er ist davon überzeugt, dass das Meze Meze in der Teckstadt noch gefehlt hat und dass sich bald eine Stammkundschaft bilden wird. In der Gastro müsse man einfach mutig sein, anders funktioniere es nicht.
Die Geselligkeit steht im Mittelpunkt
In der Kirchheimer Filiale führt Maria Mokou die Geschäfte. Ein Lieblingsgericht möchte sie aber nicht auswählen müssen: „Es kommt auf die Mischung an“, schwärmt sie. Nektarios Bouras erklärt: „Das Essen wird den ganzen Abend über an den Tisch gebracht, sodass man immer wieder was Neues probieren kann.“ So werde das Essen zum Highlight. Es werde geteilt, von allem probiert, das trage nicht nur zur Geselligkeit bei, das Essen werde zum Erlebnis. Auch für Vegetarier sei das Konzept mit über 40 verschiedenen fleischlosen Speisen ideal. Viele würden mit Brot und einem Pastenmix anfangen. Das liege daran, dass die Zubereitung nicht lange dauere und die Gäste gleich losdippen könnten. Außerdem stehe Gemüse, Fleisch und Fisch und alles, was das Mittelmeerherz begehrt, auf der Speisekarte. Bouras gibt einen Tipp: „Mit drei bis vier Portionen ist der Hunger meist gut gestillt.“
Ehe es losging, haben die beiden Kirchheimer viel Herzblut in das Innenleben der Alleenstraße 132 gesteckt. „Wir haben die Tische und Stühle extra aus Griechenland bestellt, damit alles authentisch ist und wir die griechische Leichtigkeit im Leben vermitteln können.“ Auch die Familie habe mit angepackt: „Wir können immer auf sie zählen“, sagt Maria Mokou. Wenn Not am Mann ist, packen alle mit an. Egal, ob in der Küche oder im Service – die Familien seien zu jeder Tages- und Nachtzeit am Start.

