Seit der Starkregen am Freitagnachmitag begonnen hat, waren die Feuerwehren in Kirchheim und Weilheim mit kurzen Unterbrechungen im Dauereinsatz. In Kirchheim waren mehrere Teile von Hochwasser betroffen: Ziegelwasen, Hahnweidstraße, Im Hafenkäs, der Ortsteil Jesingen, und im Kino Tyroler musste der Keller ausgepumpt werden. Ebenso im Keller der Freihof-Grundschule, der Turnhalle und der Hammerschmiede: Dort drang jeweils in den Kellerräumen Wasser durch den Beton ein.
Freihof-Turnhalle beschädigt
„In der Turnhalle mussten wir den Boden aufbrechen und das Wasser abpumpen“, erklärte Stadtbrandmeister Michael Briki gegenüber dem Teckboten. Bei dem Wasser habe es sich offenbar um Grundwasser gehandelt, keine Abwässer. „Der Schulbetrieb wird Montag aber ganz normal wieder stattfinden, nur die Turnhalle bleibt vorerst gesperrt“, erklärt Kirchheims Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader am Sonntagabend. Warum die bereits vorhandenen Pumpen in den Kellerräumen nicht gearbeitet haben, werde derzeit noch untersucht.
Seit dem dem ersten Alarm am Freitagabend gegen 20 Uhr war die Kirchheimer Feuerwehr bis zum frühen Samstagabend zu knapp 40 Einsätzen gerufen worden, meistens handelte es sich um vollgelaufene Keller in Privathäusern. „Personen sind Gottseidank nicht zu Schaden gekommen“, sagt Briki. Die Kirchheimer Feuerwehr war aber vorbereitet. „Die vorbeugenden Maßnahmen haben gut gegriffen“, sagt Kirchheims Feuerwehrkommandant Michael Briki. Die Zusammenarbeit mit dem Baubetriebsamt der Stadt laufe hervorragend. Alle Abteilungen der Feuerwehr sind im Einsatz.
Ein ähnliches Bild bot sich am Wochenende den Einsatzkäften in Weilheim: Insgesamt 30 Einsätze schätzte Weilheims Feuerwehrkommandant Norbert Wahl. So sei in der Grundschule im Keller Grundwasser eingedrungen. Im Stadtgebiet habe man so genannte Big Packs verteilt, große Sandsäcke, die das Eindringen von Wasser an kritischen Stellen verhindert haben.
Ein kritischer Punkt sei beispielweise an der Ecke Neidlinger Straße und Obere Grabenstraße gewesen, an der immer wieder Treibholz angespült wurde, das aus dem Wasser geholt werden musste. An der Steige zum Pfundhardthof seien zudem zahlreiche schwere Bäume durch den aufgeweichten Boden umgestürzt. Die Straße zwischen Hepsisau und Randeck war gesperrt. Für die Räumung sei der Bauhof zuständig. „Die Zusammenarbeit klappt hervorragend“, lobt Wahl.
Anfragen für Kanu-Einstieg
Weitere Einsatzschwerpunkte lagen im Lenninger und im Neuffener Tal. Die Gemeinde Lenningen hat im Hochwasserlager des Landkreises 2500 gefüllte Sandsäcke für die Gemeinde abgeholt.
In Kirchheim musste der Radweg nach Bodelshofen abschnittsweise gesperrt werden, wegen übergetretenem Wasser und Verschlammung. Am Sonntagabend war er aber wieder frei gegeben.
Nach den Erfahrungen des Wochenendes hat Kirchheims Oberbürgermeister einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger: „Die Absperrungen müssen beachtet werden, weil die Uferkante schnell absinken kann. Wir haben mehrfach gesehen, dass die Gitter verschoben wurden, weil Leute näher ans Ufer wollten, um Fotos und Videos zu machen. Das ist lebensgefährlich.“
Auch habe es bei der Feuerwehr Anfragen gegeben, an welchen Stellen man mit dem Kanu in den Fluss komme - offenbar hatten einige Todesmutige vor, in den reißenden Fluten Sport zu machen. „Wer sieht, wie wenig Platz teilweise unter den Brücken war, weiß, wie gefährlich das ist“, mahnt Pascal Bader. Die Polizei sei die Flüsse zur Sicherheit mit Hubschraubern abgeflogen.
Die vorläufige Bilanz fällt nach einem Treffen im Technischen Zentrum der Feuerwehr weitgehend positiv aus: Insgesamt waren in Kirchheim 100 Feuerwehrleute Einsatz, meistens wegen voll gelaufener Keller. „Auch da kann man viel Eigenvorsorge betreiben, mit Rücklaufklappe, Spundwänden und erhöhten Kellerabgängen“, sagt der OB.
Aus dem städtischen Bestand sind sechs Rechen beschädigt und müssen erneuert werden.

