Wettbewerb
Jugend musiziert: Mit Christina Aguilera aufs Treppchen

Leonie Horst und Carolin Adam von der Musikschule Kirchheim wurden beim Bundeswettbewerb mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.

Leonie Horst (links) und Carolin Adam überzeugten die prominent besetzt Jury in Wuppertal. Foto: pr

Am Pfingstwochenende fand das Finale des europäischen Nachwuchs-Wettbewerbs „Jugend musiziert“ unter der Trägerschaft des Deutschen Musikrats in Wuppertal statt. Über 1800 junge Musikerinnen und Musiker hatten sich qualifiziert und in mehr als 1000 öffentlichen Wertungsspielen und Konzerten ihr Programm vor einer Jury und dem Publikum präsentiert. Mit dabei waren zwei Schülerinnen der Kirchheimer Musikschule, Leonie Horst im Bereich Pop-Gesang und Carolin Adam am Klavier, die im Gespräch mit dem Teckboten interessante Einblicke in ihre erfolgreiche Teilnahme gaben.

Eigenen Song vorgetragen

„Der Impuls, bei ‚Jugend musiziert‘ teilzunehmen“, so Leonie, „ist von meiner Gesangslehrerin Andrea Wahl gekommen, und ich habe die Herausforderung angenommen, mein Können im Rahmen des Wettbewerbs zu zeigen. Zusätzlich hat es mich gereizt, dass eine Eigenkomposition erwünscht war. Schon immer wollte ich mal einen eigenen Song schreiben, und hier bot sich jetzt die Gelegenheit, diesen einzureichen und vorzutragen.“

Carolin berichtet, ihr Klavierlehrer Oskar Rimmele habe sie als Begleiterin empfohlen. „Da Leonie und ich uns sympathisch waren, hat das gemeinsame Musizieren viel Spaß gemacht. Dass es sich gelohnt hat, so intensiv zu proben, und wir so weit gekommen sind, hätte ich nie gedacht.“ „Wir kennen uns ja erst seit Januar dieses Jahres“, so Leonie, „aber schon in der ersten Probe hat’s irgendwie voll ‚gematcht‘ und alles lief wunderbar harmonisch und rund.“

Dies galt ganz offensichtlich auch für die ersten Hürden im Regionalwettbewerb und im Landeswettbewerb in Nagold, wo das Duo mit der erreichten Höchstpunktzahl von 25 Punkten die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb perfekt machte.

„Besonders mag ich emotionale Lieder und Pop-Balladen, die man ausdrucksstark gestalten kann“, verrät Leonie. „Im Wettbewerb habe ich deutsch, französisch und englisch gesungen, unter anderem den Song ‚My Mind‘ von Yebba, das Chanson ‚Dernière danse‘ von Indila und als A-cappella-Stück ‚The Voice Within‘ von Christina Aguilera, die ich als gesangliches Vorbild wegen ihrer Stimmbeweglichkeit sehr schätze.“

Gute Abstimmung gewürdigt

Die prominent besetzte Jury würdigte in Wuppertal das stiltypische Feeling und ein gut abgestimmtes Zusammenwirken der beiden jungen Kirchheimer Künstlerinnen. Hoch bewertet wurden homogener Stimmklang, saubere Intonation und deutliche Artikulation der Gesangsvorträge und die einfühlsame Klavierbegleitung.

Musikschulleiterin ­Daniela Rathay beglückwünschte ihre Schützlinge zu ihren Erfolgen, betonte aber: „Unser Musikunterricht ist für alle da, für die Schülerinnen und Schüler mit ihren individuellen Möglichkeiten, also nicht nur für die Spitzentalente, die an Wettbewerben teilnehmen.“ Sie lobt das Engagement ihrer Lehrkräfte Andrea Baum (Gesang) und Oskar Rimmele (Klavier) vor allem für die große Bandbreite des Unterrichtsangebots.

„Leonie war früh dran“, berichtet Andrea Wahl. „Schon als Viertklässlerin durfte ich sie im Kinderchor und Musiktheater-Bereich fördern. Sie hat stets viele Ideen eingebracht und besitzt ein sehr gutes Gespür für Musik und Gesang.“ Leonie Horst studiert in Tübingen Medizin im elften Semester, sie hat 2018 am LUG ihr Abitur abgelegt. Carolin Adam besucht die elfte Klasse am Ludwig-Uhland-Gymnasium und wird nach dem Abitur ein FSJ absolvieren, ihr Berufswunsch steht noch nicht fest.

Im Open-Air-Konzert „Musik zur Marktzeit“ unter den Kirchheimer Rathausarkaden am Samstag, 19. Juli, um 10 Uhr kann man die beiden jungen Musikerinnen sowie weitere Musikschülerinnen und -schüler hören.

Jugend musiziert ist eine Plattform, die Talente fördert, das Selbstbewusstsein stärkt und Jugendlichen die Chance gibt, ihre Begabung zu zeigen, sich weiterzuentwickeln und in einer kreativen Gemeinschaft zu wachsen. Der dreistufige Wettbewerb ist eine von der Kultusministerkonferenz anerkannte und im Kinder- und Jugendplan des Bundes verankerte Maßnahme der kulturellen Jugendbildung. Seit der Gründung 1963 haben fast eine Million Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland und aus über 35 deutschen Schulen im Ausland an „Jugend musiziert“ teilgenommen.