Der Aktionstag zum Katastrophenschutz in der sechsten Klasse ist Pflicht, das mindert die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler am Campus Rauner in Kirchheim nicht im Geringsten. „Unser Highlight sind die Einsatzfahrzeuge“, betont eine Sechstklässlerin. Normalerweise hätten die Schüler beim DRK-Logistikzentrum Baden-Württemberg am Hohenreisach noch wesentlich größere Fahrzeuge in Augenschein nehmen können, der Ausflug ist jedoch ins Wasser gefallen. „Wir haben in der Kürze der Zeit alles umorganisiert“, sagt Annette Wolf, die Schulleiterin der Raunerschule. Das mobile Krankenhaus, das in einem Lkw untergebracht ist, wäre sicher ein Highlight gewesen, sagt Bernhard Ziegler, der Konrektor der Teck-Realschule.
Die Enttäuschung ist den Jugendlichen nicht anzumerken: An der Station von Felix Bucher vom THW Kirchheim geben sie gut gelaunt ihr Bestes. Beim mitgebrachten Hebekissen muss durch die Veränderung der Höhe eine Kugel durch ein Labyrinth manövriert werden. „Das stärkt die Kommunikations- und die Teamfähigkeit“, sagt Felix Bucher. Beim Aktionstag hilft er gerne mit. Denn: Ihm ist es wichtig, die Sichtbarkeit des Ehrenamts zu verbessern. Außerdem denkt er, dass viele junge Menschen noch nicht wissen, dass sie sich auch in Kirchheim beim THW einbringen können.

Der stellvertretende Bereitschaftsleiter beim DRK Kirchheim und Lehrer an der Teck-Realschule, Niko Schreiber, betont: „Wir möchten den Jugendlichen vermitteln, dass jeder helfen kann.“ Das könne schon dadurch passieren, dass sie eine verletzte Person trösten, ihr beistehen oder den Notruf absetzen. Das THW hingegen erklärt, was überhaupt unter den Begriff „Katastrophe“ fällt. Oft würden schlimme Ereignisse umgangssprachlich als Katastrophe bezeichnet, sagt Schreiber. Wenn auf der Autobahn ein Reisebus verunglücke, liege beispielsweise noch keine Katastrophe vor. Ein paar Räume weiter üben die Jugendlichen, wie die Kommunikation mit Funkgeräten funktioniert. Niko Schreiber sagt: „Es ist wichtig, sich auf das Wesentliche zu beschränken und den Funkkanal freizuhalten.“


