Auf Tischen im Café Eckpunkt der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim stehen, säuberlich aufgereiht, 90 Tetrapacks Orangensaft, ebenso viele Dosen Rindfleisch-Nudel-Eintopf, dazu Cornichons, Wurstdosen, Reis, Kaffee, Nikoläuse, selbst gebackene Plätzchen und noch einiges mehr. Wie in jedem Jahr werden gleich die Drittklässler der Freihof-Realschule anrücken, um die Lebensmittel in Tüten zu verpacken. 60 davon verteilt die Stadt Kirchheim an wohnungslose Menschen, die in städtischen Einrichtungen leben. Der Rest geht an 30 Klienten der Diakonischen Bezirksstelle.
Wer etwas hat und etwas abgibt, tut etwas für die Gesellschaft.
Joachim Ulbrich, Präsident Rotary Club Kirchheim-Nürtingen
Bezahlt werden die Lebensmittel auch in diesem Jahr vom Rotary Club Kirchheim-Nürtingen. „Wir besorgen die Sachen, ihr packt sie ein, und so haben wir die Möglichkeit, anderen eine Freude zu machen“, erklärt Joachim Ulbrich, Präsident der Rotarier, den zwölf Jungen und Mädchen, die mit ihrer Religionslehrerin und Pfarrerin Iris Sönning eingetroffen sind. Christine Schneider, Geschäftsführerin des Kreisdiakonieverbands, erklärt in kindgerechter Sprache, was ihre Einrichtung für Menschen tut, und sagt dann etwas zur Aktion: „Diese Tüten bekommen Menschen, die keine Wohnung haben und auch oft niemanden, der mit ihnen Weihnachten feiert. Und da drin sind Sachen, die sie sich sonst nicht kaufen würden, weil sie aufs Geld achten müssen“.

Nachdem die Mitarbeiterinnen der Diakonischen Bezirksstelle demonstriert haben, wie man eine Tüte packt, damit sie nicht reißt, legen die Kinder in Zweier-Teams los. Auch die Rotarier packen mit an. Nach und nach verschwindet der Inhalt in den Weihnachtstüten, bis nichts mehr übrig ist. Auch ein bisschen Papier darf hinein: Zum einen eine Weihnachtskarte, zum anderen die Einladung zur Vesperkirche und zur Weihnachtsfeier in der Diakonischen Bezirksstelle. Dass die Kinder bei der Aktion etwas Wichtiges mit nachhause nehmen, davon ist Lehrerin Iris Sönning überzeugt. „Viele wussten vorher gar nicht, dass es Menschen in der Stadt gibt, denen es nicht so gut geht“, sagt sie.

