Projekt
Kirchheim zieht Bilanz: Stadtstrand soll 2026 zurückkehren

Der Stadtstrand auf dem Rossmarkt hat in den Sommerferien viele Besucher angezogen und für positives Echo gesorgt. Die Resonanz bestärkt die Planungen für eine Neuauflage im kommenden Jahr. 

Giacomo Mastro von der Stadtverwaltung zieht am Stadtstrand auf dem Rossmarkt eine positive Bilanz: Sauberkeit und Resonanz übertrafen die Erwartungen. Foto: Jule Störk

Palmen und Sonnenschirme statt Asphalt und Pflaster: Mitten auf dem Rossmarkt hat der Stadtstrand in den Sommerferien ein Stück Urlaubsgefühl nach Kirchheim gebracht. Kinder bauten Burgen, Familien breiteten Picknickdecken aus, Passanten hielten inne. Trotz des wechselhaften Juli wurde die Fläche intensiv genutzt.

Sand statt Sorgen

„Die Resonanz war überwiegend positiv“, sagt Giacomo Mastro von der Stadtverwaltung, der das Projekt mitbetreut hat. Gerade beim Thema Sauberkeit oder Vandalismus habe es im Vorfeld Bedenken gegeben – bestätigt haben sie sich nicht. „Man merkt, dass die Leute Verantwortung übernehmen. Viele haben selbst aufgeräumt, der Bauhof musste kaum eingreifen.“ Die Mitarbeiter waren zwar von Montag bis Samstag jeden Morgen vor Ort, beschränkten sich aber meist aufs Leeren der Mülleimer und das Gießen der Pflanzen, größere Einsätze waren nicht notwendig. Auch Palmen, Blumen und Sonnenschirme haben die Wochen unbeschadet überstanden. Beschwerden von Anwohnern oder Gastronomen blieben aus.

Lokale Firmen tragen mit

eim Aufbau setzte die Stadt bewusst auf lokale Unternehmen. Ein Teil der Ausstattung, etwa Zäune und Stühle, wurde gekauft, anderes wie Sand und Sonnenschirme wurde geliehen. „Dadurch war das Projekt überhaupt darstellbar“, so Mastro. Für die beteiligten Betriebe war es weniger ein Geschäft als vielmehr Werbung – ihre Banner prägten den Stadtstrand sichtbar. „Uns war wichtig, den Bürgerinnen und Bürgern eine kleine Freude zu machen und die Lebensqualität in der Innenstadt zu steigern. Schön war, dass das gemeinsam mit lokalen Partnern gelungen ist.“ Im kommenden Jahr bedeutet das: noch niedrigere Kosten, weil vieles bereits vorhanden ist.

Die positive Resonanz hat uns gefreut, und sie zeigt, dass wir mit dem Projekt den richtigen Nerv getroffen haben.

Giacomo Mastro, Stadtverwaltung

Als einzigen Punkt für Verbesserungen nennt Mastro die Gestaltung der Beschilderung am Brunnen. Dort hingen Zettel, die darauf hinwiesen, dass möglichst kein Sand ins Wasser gelangen sollte. Befürchtet worden war, dass die Pumpen Schaden nehmen könnten, wenn Kinder mit Sandfüßen ins Becken steigen. „Auch diese Sorge hat sich am Ende nicht bestätigt“, sagt Mastro.

Sommer mit Verlängerung

Dass es eine Neuauflage gibt, gilt deshalb als sehr wahrscheinlich. „Die positive Resonanz hat uns gefreut, und sie zeigt, dass wir mit dem Projekt den richtigen Nerv getroffen haben“, betont Mastro. Ziel war es, die Innenstadt attraktiver zu machen und einen konsumfreien Ort zum Verweilen zu schaffen. Genau das sei gelungen. Für eine Neuauflage ist ein früherer Start und eine längere Laufzeit im Gespräch.

Auch die Pop-up-Gärten in der Innenstadt sind inzwischen beendet, sollen im kommenden Jahr aber fortgeführt werden. Drei Landschaftsbauer haben bislang Pflanzeninseln gestaltet, die kostenfrei für die Stadt waren und gleichzeitig als Schaufenster für ihre Arbeit dienten. Nächstes Jahr sollen noch mehr Betriebe mitmachen. Die Gärten könnten dann großzügiger verteilt werden und bis in die Max-Eyth-Straße hineinreichen.

Für den Herbst steht zudem die Möblierung der Dettinger Straße an. Sie sind Teil des Ortsmittenprojekts und sollen den Straßenraum stärker den Menschen widmen, mit mehr Fläche zum Sitzen und Verweilen.