In Kirchheim wird das Parken teurer – das hat der Gemeinderat beschlossen. Pünktlich zum 1. Januar 2026 ziehen die Gebühren für Schweinemarkt und Krautmarkt deutlich an. Wie bereits berichtet, werden dann pro Stunde zwei Euro fällig. Der Sonntag gilt als Werktag, und die Nacht beginnt erst um 22 Uhr. Obwohl die Stadtverwaltung die Anpassung mit einem jährlichen Verlust von 100.000 Euro durch die Pakflächen begründet, sorgt die Entscheidung für eine hitzige Debatte auf dem Instagram-Account des Teckboten.
Folgen für die Innenstadt
Die Kommentare beginnen mit dem „all-time favorite“: einer beißenden Bemerkung zum roten Verwaltungsgebäude – das schließlich irgendwie finanziert werden müsse. Neben dem Neubau werden auch Stimmen laut, die sich kritisch zu den Auswirkungen für die ohnehin schon kämpfenden Händlern in der Innenstadt äußern. „Super, so unterstützt man die Geschäfte in der City“, schreibt ein Nutzer. „Das entspannte Bummeln und Shoppen macht gleich noch mehr Spaß, wenn nebenher die Uhr mit zwei Euro pro Stunde läuft.“ In einem weiteren Kommentar heißt es: „Früher habe ich fürs Schauen, ob der Friseur Zeit für mich hat, 50 Cent bezahlt. Heute bezahle ich dann eben die zwei Euro nicht mehr. Tut mir leid für meinen Friseur.“ Die frustrierte Lösung lautet: „Einfach online kaufen.“
Einer weiteren Besucherin der Innenstadt geht die Gebührenerhöhung zu weit: „In Kirchheim wird das Parken immer teurer – und als Alternative soll man den ÖPNV nutzen, aber der wird auch ständig teurer.“ Alles werde teurer, nur die Gehälter blieben gleich.
Kirchheim als attraktive Stadt
Nicht jeder sieht die Lage so finster: Es finden sich auch Kommentare, die sich auf das Positive beziehen. Ein Nutzer schreibt, dass das Parken unter 45 Minuten sogar günstiger werde. Eine Erwiderung lässt ich lange auf sich warten: „Wenn du in 45 Minuten shoppen gehst, dann hast du weniger bezahlt, aber ich glaube kaum, dass du in 45 Minuten Kleider einkaufst.“ Die belustigte Antwort folgt prompt: „Männer schon.“
„Ich komme ursprünglich aus Stuttgart, wenn ich hier nach Kirchheim schaue, funktioniert sehr vieles“, versucht ein Kirchheimer zu vermitteln. Die Behörden seien nicht total überlastet, es gebe genügend Kita-Plätze, Wohnen sei in seinem Fall bezahlbar, der Nahverkehr sei auch zu Stoßzeiten nutzbar, das Kino werde wiederbelebt und in der Innenstadt gebe es noch einen Einzelhandel. „Ja, natürlich gibt es Dinge, die nicht klappen, aber ich finde, Kirchheim ist noch attraktiv.“
Eine weitere Nutzerin sieht die neue Reglung eher gelassen: „Dann werde ich nicht mehr ins Parkhaus fahren, sondern ein paar Schritte mehr laufen.“ In einem anderen Kommentar heißt es: „Ich fahre nach der Schule zum Bäcker, hüpf rein, kauf mein Abendbrot und gut ist. Wenn ich länger brauche, nehm ich den Bus oder das Rad, so einfach ist das.“

