Mit Stolz blickte Kirchheims Musikschulleiterin Daniela Rathay auf die Preisträger des 15. Kirchheimer Musikpreises: „Ihr habt Mut, Eifer und Nervenstärke gezeigt.“ Das Preisträgerkonzert im Kirchheimer Alten Gemeindehaus bot den jungen Solisten Gelegenheit, ihr Können zu präsentieren.
Als Solo-Harfenist einen Konzertabend zu eröffnen, ist keine dankbare Aufgabe. Doch Isaak Foitischek meisterte diese Herausforderung mit Bravour. Mit dem „Baroque Flamenco“ von Henson-Conant schuf er eine
faszinierende Atmosphäre zwischen lyrischer Intimität und rhythmischem Feuer. Gustav Peters effektvolle „Erinnerung an Zirkus Renz“ entstammt dem Showrepertoire der Xylophonisten.
Dass die Komposition ihre Durchschlagskraft auch als Bearbeitung entfaltet, stellte Akkordeonist Tilo Reimann unter Beweis. Seine virtuose Darbietung entfesselte einen Begeisterungssturm. An Publikumswirksamkeit stand das Violin-Duo Ina und Meike Wedekind nicht nach. Ihrem feinsinnigen Vortrag der g-Moll-Suite von Michel Corrette ließen die Musikerinnen einen fulminanten Einblick in die Tradition irischen Geigenspiels folgen. In seiner „Elegy for mippy“ geht Leonard Bernstein auf humorvolle Tuchfühlung mit dem Jazz. Als seien die technischen Anforderungen nicht schon hoch genug, ist die Posaunistin angewiesen, sich mit rhythmischem Fußklopfen selbst zu begleiten. Iris Steinmann meisterte das mit Leichtigkeit und ließ Bernsteins Miniatur als musikalisches Juwel erstrahlen. In seiner Interpretation des „Song about Rolland“ spannte Gitarrist Maksim Dekhtiarenko einen epischen Bogen. Virtuosität gepaart mit sensibler Klangkultur zauberten ein Klanggemälde, das die Imagination des Publikums in Bann schlug.
Mit Annabell Edith Tscherbner und Pianistin Sofie Ruyi Braunwarth stand ein Lied-Duo auf dem Programm. Mendelssohn Bartholdys „Frühlingslied“ gab nicht nur der Hoffnung nach einer Wiederkehr des Lenz musikalischen Ausdruck. Die überzeugende Darbietung der beiden jungen Künstlerinnen bildete den ansprechenden Schlusspunkt eines erstklassigen Konzerts.
Zu Recht zeigte sich Markus Schaaf, Vorstandssprecher der Volksbank Mittlerer Neckar begeistert: „Man merkt, wie viel Herzblut in dieser Veranstaltung steckt“. Als Hauptsponsor unterstützt die Volksbank den Kirchheimer Musikpreis seit seinen Anfängen vor 30 Jahren: „Wir wollen Chancen bieten, Talente zu entfalten“. Für das hohe künstlerische Niveau fand Gemeinderat Ralf Gerber in Stellvertretung für Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader anerkennende Worte: „Das spricht für die Qualität der musikpädagogischen Arbeit“. Mit der feierlichen Übergabe der Urkunden fand der diesjährige Kirchheimer Musikpreis einen würdigen Abschluss.

