Kirchheim/Notzingen. Ein Hauch von internationalem Konzertflair wehte durch die Kirchen in Kirchheim und Notzingen. Seit fast fünf Jahrzehnten verbindet eine Partnerschaft den walisischen Côr y Penrhyn und den Musikverein Notzingen-Wellingen. Auftritte Ende Juli in der Kirchheimer Martinskirche sowie in der Notzinger Jakobuskirche waren die Glanzpunkte des einwöchigen Besuchs der knapp 70 walisischen Gäste in der Teckregion.
Der Côr y Penrhyn aus Bethesda in Nordwales blickt auf eine stolze Geschichte zurück, die in den 1880er-Jahren in den walisischen Schieferbrüchen ihren Anfang nahm. Initiiert wurde der Austausch mit dem Notzinger Verein 1977 durch den damaligen Notzinger Dirigenten Harry D. Bath. Der diesjährige Besuch war das fünfte Treffen der beiden Vereine.
Den musikalischen Höhepunkt der Woche markierte das Kirchenkonzert in der Martinskirche in Kirchheim. Unter der Leitung von Tobias Wegele eröffnete das Blasorchester des Musikvereins Notzingen-Wellingen den Abend mit dem „Chorale for Winds“, gefolgt von einer Aufführung von „To My Country“, bei der Anke Friederich an der Orgel für weitere Klangfarben sorgte. Anschließend präsentierte das Projektorchester, bestehend aus der Bläserklasse für Erwachsene und dem Blasorchester, Passagen aus „The Witch and the Saint“ sowie die Filmmusik zu „Out of Africa“.
Danach übernahm der rund 40 Sänger starke Côr y Penrhyn unter Leitung von Owain Arwel Davies die Bühne. Der Dirigent untermalte das Eröffnungsstück auf einer Trommel rhythmisch. Es folgten Darbietungen des Klassikers „Tears in Heaven“, des walisischen Stücks „Ysbryd y Nos“ sowie des deutschen Liedes „Das Morgenrot“. Zum Finale schlossen sich Chor und Musikverein zusammen. Gemeinsam brachten sie das kraftvolle „Baba Yetu“ sowie das majestätische „Anthem“ aus dem Musical Chess zu Gehör. Harry D. Bath und Walter Matt, ehemaliger Vorstand des Vereins, wurden für die Initiierung der Partnerschaft vor fast 50 Jahren geehrt.
Den Auftakt des Konzerts in der Jakobuskirche gestalteten verschiedene Ensembles des Musikvereins. Im Hauptteil brachte der Côr y Penrhyn die Kirchenmauern zum Schwingen. Neben feinfühligen Interpretationen von „Tears in Heaven“ und „The Seal Lullaby“ glänzte Solist Caleb Rhys Jones mit drei brillanten Solostücken.
Nun schauen alle Beteiligten voller Spannung ins Jahr 2027: Dann reist der Musikverein Notzingen-Wellingen zum 50-jährigen Jubiläum der Partnerschaft zum Gegenbesuch nach Wales.

