Konzert
Musikalisches Klassentreffen mit den „SingTONics“ in der Ötlinger Waldorfschule

Die „SingTONics“ beeindruckten ihr Publikum bei ihrem Auftritt in der Ötlinger Waldorfschule mit bekannten Popsongs und bewegenden Balladen über Freundschaft, Liebe und Verlust.

Locker führte Robert Kast seine „SingTONics“ durch den Abend. Foto: Hans-Günther Driess

Was passiert, wenn sich Menschen nach langer Zeit wiedersehen? Erinnerungen, Lachen, vielleicht auch ein paar Tränen – und immer wieder: Begegnungen. In ihrem Konzert „Klasse!“ in der Waldorfschule Ötlingen nahmen die „SingTONics“ das Publikum mit auf ein ganz besonderes Klassentreffen. In bekannten Popsongs und bewegenden Balladen erzählten sie Geschichten von Freundschaft, Liebe, Verlust, Selbstfindung und der großen Gemeinschaft. Von „Man in the Mirror“ (Michael Jackson) bis „You’ve Got a Friend“ (Carol King), von „This is me“ bis „Nothing Else Matters“: Jeder Song öffnete ein neues Fenster für die vielen Facetten menschlicher Begegnungen – mal nachdenklich, mal kraftvoll, mal voller Lebensfreude.

Den Sängerinnen und Sängern war die Freude an der Musik anzusehen, sie begeisterten ihr Publikum durch abwechslungsreiche Choreografien. Auswendig singen und gleichzeitig schauspielern oder tanzen ist ein Markenzeichen der „SingTONics“, das große Anerkennung verdient.

Leider gelang es durch derartiges Splitten der Konzentration nicht immer, die schönen Stimmen des Ensembles sauber intoniert und glanzvoll zur Geltung zu bringen. Man vermisste gelegentlich homogenen Chorklang, Ausgewogenheit auch innerhalb der Stimmen und eine einheitliche Vokalfärbung. Die fröhliche Ausstrahlung, das sympathische Agieren der Gesangstruppe und ein gelungenes Regiekonzept glichen dies aus. Man ahnte, wie viel Vorbereitung nötig war, um das umfangreiche Programm zu erarbeiten.

Beatles und Birdland

Die Einführung zu den jeweiligen Themenblöcken erfolgte teils als Moderation, teils szenisch in Zwiegesprächen von Akteuren des Ensembles. So tauschten zwei Freundinnen Erinnerungen aus an „erste Liebe“, dann ging es um „Trauer“ für einen verstorbenen Klassenkameraden oder um eine „Demo gegen Atomkraft“ in den 1980er Jahren. Ein KI-generiertes Klassenfoto des Abi-Jahrgangs 1985 zierte den linken Bühnenrand.

Robert Kast führte seinen Chor minimalistisch. Locker vom Hocker vor der Bühne sitzend fungierte er – sein Tablet in der linken Hand – als Garant für den richtigen Beat und unterstützte seine Leute bei der Angabe der Töne von a cappella-Liedern. Im Kontrast zu diesen wirkte es wohltuend, wie seine groovende Klavierbegleitung in einigen Songs das rhythmische und harmonische Fundament beisteuerte, was die Leistung des Chors befeuerte. Als starkes Stück erklang „A Little Help From My Friends“ von den Beatles in vollem angenehmem Vokalsound. Einen weiteren Höhepunkt bot die legendäre Rocknummer „Birdland“ von Joe Zawinul aus dem Jahr 1977, wo Kast - nun dirigierend - knackige Riffs, harte Synkopen und differenzierte Lautstärke einforderte. Den bekannten Song von Carole King „You’ve Got a Friend“ aus dem Jahr 1971 im Arrangement von Robert Kast sangen seine Chorleute ganz offensichtlich gerne, aber die Chorfassung war bei diesem weltbekannten Solo-Song gewöhnungsbedürftig.

Nach dem abschließenden Welthit „Music“ von John Miles belohnten die Zuhörerinnen und Zuhörer die „SingTONics“ mit rhythmischem Klatschen, was diese mit einer Zugabe, dem modernen Arrangement „Die Gedanken sind frei“, beantworteten. Das Volkslied aus dem Ende des 18. Jahrhunderts wurde von Oliver Gies mit einem rockigen Ostinato-Riff unterlegt und von Strophe zu Strophe variiert. Ein anspruchsvoller Schluss.