Aktion
Radeln für den fairen Handel

Jedes Jahr fahren Mitarbeitende der Weltläden mit dem Fahrrad durch eine andere Region Deutschlands und machen auf das Thema fairer Handel aufmerksam. Dieses Jahr startet die „Tour de Fair“ in Kirchheim.

Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader (ganz rechts) wünscht den Mitfahrenden zum Tourstart viel Spaß – und natürlich gutes Wetter. Foto: Fiona Peter

Von Kirchheim aus entlang des Albtraufs bis nach Reutlingen, dann in die andere Richtung durch das Neckartal in die Landeshauptstadt und zuletzt gen Osten bis Schorndorf: Diese rund 250 Kilometer lange Strecke legen die 20 Teilnehmenden der Tour de Fair innerhalb einer Woche zurück.

Die Weltladen-Bewegung ist ein bisschen wie eine große Familie. 

Gudrun Leibold, Mitarbeiterin des Weltladen Kirchheim

Anders als es die Anspielung auf die Königin aller Radrennen vielleicht vermuten lässt, sind die Mitfahrenden aber keine Athletinnen und Athleten, sondern Mitarbeitende der Weltläden, die eigens für die Tour aus verschiedensten Ecken Deutschlands angereist sind. Ziel ist es dabei nicht, am schnellsten ans Ziel zu treppeln, sondern verschiedenen Weltläden in neun Städten entlang der Strecke einen Besuch abzustatten und auf das Thema fairer Handel aufmerksam zu machen.

Seit 2002 findet die Tour de Fair – mit Ausnahme der Coronajahre – jeden Sommer in einer anderen Region Deutschlands statt. Im vergangenen Jahr radelte die Gruppe in den knallorgangenen Warnwesten mit „Tour de Fair“-Aufdruck etwa durch Berlin. Ein Jahr zuvor war man trotz starker Regenfälle im Saarland unterwegs gewesen.

Es steht nicht nur Fahrradfahren auf dem Programm

Dass die Tour diesen Sommer in Kirchheim startet, wurde durch Gudrun Leibold vom Weltladen in der Dettinger Straße initiiert. Sie ist vor zwei Jahren zum ersten Mal mitgefahren und war auf Anhieb Feuer und Flamme. „Ich fand den Enthusiasmus, der dahintersteckt, so toll, dass ich mich so weit aus dem Fenster gelehnt habe und gesagt habe, dass ich die Tour 2025 organisieren möchte“, erzählt die 65-Jährige. Diese Aufgabe sei dann aber deutlich zeit- und nervenkostender gewesen als erwartet.

Als Organisatorin ist Gudrun Leibold sowohl für die Planung von Route und Übernachtungsmöglichkeiten als auch für die Ausarbeitung des Rahmenprogramms zuständig. Denn: Bei der Tour de Fair wird nicht nur von Weltladen zu Weltladen geradelt; die Teilnehmenden dürfen sich auch auf andere Programmpunkte, wie Führungen oder Vorträge rund ums Thema fairer Handel freuen. Auf dem diesjährigen Agenda steht unter anderem eine Besichtigung der Brennerei Rabel in Owen, ein Vortag über Pide-Kaffee in Wendlingen sowie eine Führung durch das Eduard Lukas Haus in Reutlingen.

Viele fahren jeden Sommer mit 

Für eine Vielzahl der Mitfahrenden ist es bei weitem nicht die erste Tour. Wie Gudrun Leibold erzählt, hat sich längst ein harter Kern gebildet, der alle Jahre wieder mit Freude in die Pedale tritt. Einer von ihnen ist Hartmut Damke. Er hat sich schon fast 20 Mal im Namen des fairen Handels auf den Sattel geschwungen und zählt damit zum „Tour de Fair“-Urgestein. Um wieder mit dabei zu sein, ist er extra aus Minden an der Weser, einer Stadt zwischen Bielefeld und Hannover, angereist. „Am Anfang war der Antrieb für mich, mir anzuschauen, was die anderen Läden so machen. Heute komme ich auch einfach wegen der Leute“, berichtet der 69-Jährige. „Die Weltladen-Bewegung ist ein bisschen wie eine große Familie“, ergänzt Gudrun Leibold.

Ebenfalls zum Auftakt der Tour erschienen ist Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader – passend zum Anlass kam auch er mit dem Fahrrad. Für ihn geht es nach der Veranstaltung aber wieder nach Hause. „Ich finde das Thema fairer Handel extrem wichtig“, betont er in seiner Ansprache. Es sei schade, dass sich die Bemühungen darum tendenziell zurückentwickeln würden, weshalb es umso wichtiger sei, Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Er freue sich jedenfalls sehr, die Mitfahrenden in Kirchheim begrüßen zu dürfen und wünsche eine schöne Radtour. „Toll, dass Sie dabei sind!“