Was ist der VVS-Rider?
Der VVS-Rider ist ein Kleinbus, der abends und am Wochenende zu bestimmten Zeiten in Weilheim, Bissingen, Holzmaden, Lenningen, Neidlingen, Erkenbrechtsweiler und Beuren unterwegs ist und die Nachtbusse ergänzt. Anders als das Anruf-Sammeltaxi, das es früher gab, folgt er keinem Fahrplan und keiner festen Route, sondern orientiert sich an den Wünschen der Nutzerinnen und Nutzer. Fahrgäste bestellen den Kleinbus über die App „VVS-Rider“ oder per Telefon.
Der Bus sammelt die Fahrgäste mit ähnlicher Fahrtroute ein und bringt sie nacheinander an ihre Ziele. Im Raum Lenningen und Weilheim sind aktuell zwei solche Kleinbusse unterwegs.
Ist der Rider also ein Taxi?
Die Antwort ist „Nein“, denn anders als bei einem Taxi wird man vom VVS-Rider weder zu Hause abgeholt noch daheim abgeliefert. Der VVS wirbt jedoch damit, dass die rund 1500 virtuellen Haltepunkte, die sich in der Regel an Kreuzungen, vor Geschäften, bei Sehenswürdigkeiten oder an regulären Haltestellen befänden, nie weit von der eigenen Haustür entfernt sind. Weiterer Unterschied zum Taxi: Eine Garantie, dass der eigene Fahrtwunsch erfüllt wird, hat man nicht. Laut VVS liegt die Verfügbarkeit jedoch bei 85 Prozent.
„Verfügbarkeit heißt: Ein Fahrgast bucht einen Fahrtwunsch und dieser kann erfüllt werden, weil der VVS-Rider zum Zeitpunkt der Fahrt frei ist“, erklärt Niklas Hetfleisch, der VVS-Pressesprecher. Wer ganz sicher gehen will, kann die Fahrt schon Tage oder auch Wochen im Voraus buchen. Auf der Plus-Seite ist der Rider deutlich günstiger als ein Taxi: Er kann sowohl mit VVS-Tickets als auch mit dem Deutschland-Ticket genutzt werden.
Wie funktioniert die App?
Die VVS-Rider-App kann im App-Store heruntergeladen werden. Zunächst müssen persönliche Daten hinterlegt werden. Die Angabe einer Bezahlungsart ist möglich, aber nicht Pflicht. Bezahlt werden kann auch direkt im Rider. Anschließend kann man den gewünschten Fahrtzeitpunkt, Start- und Zieladresse angeben und bekommt dann mögliche Fahrten angezeigt. Wer in einem Gebiet oder für einen Zeitraum sucht, in dem der Rider nicht fährt, bekommt andere ÖPNV-Verbindungen angeboten.
Wie ist der VVS-Rider im Raum Lenningen und Weilheim angelaufen?
Laut VVS hat es seit dem Start Anfang 2025 rund 3000 Fahrten gegeben. 75 Prozent seien Spontanbuchungen gewesen. Etwa 80 Menschen würden das Angebot regelmäßig nutzen. „Der VVS-Rider fährt eher in den Tagesrandzeiten, in denen naturgemäß weniger Fahrgäste unterwegs sind. Vor diesem Hintergrund sind wir sehr zufrieden mit dem Betriebsstart“, so Niklas Hetfleisch. Jeden Monat kämen im Schnitt 20 neue Nutzer hinzu.
Warum fährt der Rider nicht in Kirchheim?
In Kirchheim gibt es laut VVS deshalb kein On-Demand-System, weil sich die Stadt damals gegen eine Mitfinanzierung ausgesprochen habe. „Im Rahmen der Neuausschreibung des Linienbündels 7 könnten erneut Gespräche zur Realisierung eines Riders in Kirchheim aufgenommen werden“, so Niklas Hetfleisch.
Wann fährt der VVS-Rider?
Die Kleinbusse sind täglich zwischen 20.30 und 2.30 Uhr im Einsatz. In den Nächten auf Samstag, Sonn- und Feiertage fahren sie zusätzlich zwischen 2.30 und 6 Uhr.
Wer ist die Zielgruppe?
Die Hauptzielgruppe seien Menschen, die vorher das Ruftaxi genutzt hätten, teilt der VVS mit. „Aufgrund der Bedienzeiten liegt der Fokus auf Nutzern, die im Spät- und Nachtverkehr unterwegs sind.“
Wie viele Nutzer buchen per App, wie viele per Telefon?
Laut dem Verkehrsverbund werden ungefähr zwei Prozent der Fahrten telefonisch gebucht. Die Rufnummer lautet 07 11/99 52 10 77. Probleme mit der telefonischen Erreichbarkeit, wie einige Instagram-Nutzer sie gegenüber dem Teckboten geschildert haben, sind dem VVS nicht bekannt. Wer den Rider telefonisch bucht, landet bei einem Callcenter. Die Rider-Fahrer kontrollieren die Tickets.
Wer fährt die Busse?
Schlienz-Tours aus Kernen fährt die Kleinbusse als Subunternehmer für die Firma Omnibusverkehr Ruoff.

