Kirchheim
Schüler lernen Ausbildungsmarkt kennen

Jobbörse Auf der Berufsinfomesse in der Kirchheimer Stadthalle informierten sich rund 800 Schüler der vorwiegend achten bis zehnten Klassen über die Vielfalt an Ausbildungsberufen. Von Katja Eisenhardt

Bei den Zimmerleuten auf der Berufsinfomesse in der Stadthalle ist einiges geboten. Foto: Carsten Riedl

In der Kirchheimer Stadthalle herrschte ein reges Treiben: Gut 800 Schüler besuchten die Berufsinfomesse und nutzten das Angebot der 52 Unternehmen und sechs Schulen. Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinschaftlich von der Jugendagentur Kirchheim-Nürtingen, KiZ, Brückenhaus, Mehrgenerationenhaus Linde, Stiftung Tragwerk und dem Jugendbüro

Es ist wichtig, dass die Schüler die Vielfalt an Möglichkeiten kennenlernen.
Franziska Zipperle
vom Kirchheimer KiZ-Team

Kirchheim. „Wir haben 74 unterschiedliche Berufsbilder vertreten“, erklärte KiZ-Leiter Wolfgang Schinko. Zu den Sparten zählten im regionalen Bereich unter anderem erzieherische, pflegerische, soziale, kaufmännische oder auch kreative, handwerkliche und medizinische Berufe, als überregionale Vertreter waren der Flughafen Stuttgart, der Zoll oder auch die Post vertreten. Alle Schüler bekamen einen Teilnehmerpass, auf dem sie sich ihre Gespräche von den Unternehmen bestätigen ließen: „Das ist gut für die künftigen Bewerbungsunterlagen“, so Schinko. 

Neu bei den Ausstellern dabei waren die aktuellen FSJlerinnen des Kirchheimer Brückenhausvereins Mara Jaksic und Elli Boje. „Wir haben die FSJ-Stellen aufgestockt und suchen daher Leute“, erklärte die Pädagogische Geschäftsführerin Birgit Blank-Gleich. Mara und Elli sind mit ihrer FSJ-Wahl zufrieden, sie sind an der Alleenschule Kirchheim sowie an den Grundschulen in Nabern und Jesingen im Einsatz. „Die Aufgaben sind abwechslungsreich, man wird selbstbewusster und lernt im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen viel in Sachen Kommunikation“, stellt Mara fest.

Die Hauptzielgruppe der Messe seien zwar die achten bis zehnten Klassen der Gemeinschafts-, Real- und Werkrealschulen, „wir haben aber auch die Gymnasien eingeladen und würden uns über deren Teilnahme freuen“, betonen Wolfgang Schinko und seine KiZ-Kollegin Franziska Zipperle. An den Gymnasien stehe häufig noch das Studium nach dem Abitur im Fokus, die Ausbildung rücke eher etwas in den Hintergrund. „Umso wichtiger wäre es, dass die Schüler die Vielfalt an Möglichkeiten kennenlernen, denn erst mal geht es ja um das Berufsziel an sich und dann erst darum, wie man es erreicht. Es braucht dafür nicht immer ein Abitur. Unter den Schülern herrscht dazu aber häufig Verunsicherung“, weiß Franziska Zipperle. Erwachsene, die sich auf der Messe zum Beispiel über Umschulungsmöglichkeiten informieren können, seien ebenfalls angesprochen, so die Veranstalter, „da erreichen uns eher vereinzelte Anfragen“.

An Mitmachstationen der Unternehmen konnten die Messebesucher direkt ihre Fertigkeiten unter Beweis stellen. So etwa bei den angehenden Zimmerern Lukas Reinold (17), Jan-Michael Müller (20) und Zimmerin Leonie Wilfing (16), die an der Nürtinger Philipp-Matthäus-Hahn-Schule im ersten Lehrjahr und von ihrer Wahl überzeugt sind. „Man sieht am Ende des Tages, was man geschafft hat, ist an der frischen Luft statt den ganzen Tag im Büro, und dazu bietet die Arbeit mit Holz viele Möglichkeiten“, ist sich das Trio einig. Im Baugewerbe an sich würden dringend Auszubildende gesucht, weiß Hans Martin Renz, Ausbildungsmeister am Geislinger Bildungszentrum Bau: „Wir haben 20 Berufe im Bauhauptgewerbe, manche sind den Schülern nicht bekannt, wie zum Beispiel der des Kanalbauers. Das wollen wir auf der Messe ändern.“

Die jüngsten Besucher und etwas Besonderes waren die Fünftklässler von Tatjana Stemmler, Lehrerin an der Alleenschule. „Ich finde es wichtig, dass sich die Kinder möglichst frühzeitig mit den Berufen auseinandersetzen und lernen, was es alles gibt. Gerade auch was die ortsansässigen Unternehmen angeht“, sagt Stemmler. „Dazu entdecken die Kinder ihre individuellen Fähigkeiten, sodass sie Ideen für spätere Praktika entwickeln.“ Mit ihren Schülern hatte die Pädagogin vorab Fragen erarbeitet, sodass die Fünftklässler eine Grundlage für ihre Gespräche mit den Firmen hatten: „Das hat super geklappt, die Kinder waren sehr motiviert.“

Azad (17) besucht in der Alleen­schule die neunte Klasse und hat bereits einen Ausbildungsplatz als Fachlagerist gefunden. „Den Beruf habe ich auf einer der letzten Berufsinfomessen kennengelernt. Im KiZ Kirchheim habe ich Unterstützung für meine Bewerbungen bekommen und es hat geklappt“, erzählt der Jugendliche.