Wenn die Tage kühler und vor allem kürzer werden, muss nicht nur beim Autofahren und beim Gang über potenziell vereiste Flächen besser aufgepasst werden: Auch beim eigenen Zuhause kann es sich lohnen, besonders vorsichtig zu sein.
Denn: Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen mitteilt, ereignen sich die meisten Einbrüche im ersten und vierten Quartal, also „im dunkleren Winterhalbjahr“. Das lässt sich auch für den Landkreis Esslingen bestätigen. Rund zwei Drittel der 217 Wohnungseinbrüche und -einbruchsversuche im vergangenen Jahr wurden in diesen Quartalen erfasst.
Insgesamt haben sich die Zahlen nach einem Fünfjahreshoch 2020 (265 Einbruchsdelikte) und einem anschließenden Einbruch während der Corona-Jahre 2021 (161) und 2022 (192) wieder stabilisiert. 2023 war die Zahl der Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche identisch zum Folgejahr. In Kirchheim gab es 2024 insgesamt 14 Wohnungseinbruchsdelikte. Diese Zahl ist im Fünfjahresrückblick relativ konstant geblieben. Besonders häufig versuchen Einbrecher ihr Glück übrigens freitags und samstags.
Nicht verriegelt ist offen
Egal ob Haus oder Wohnung, ob Erdgeschoss oder zehnter Stock: 100 Prozent einbruchssicher wohnt fast niemand. Um das Risiko zumindest zu verringern, rät das Polizeipräsidium Reutlingen dazu, einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
An erster Stelle steht, potenziellen Einbrechern den Zutritt zu Haus oder Wohnung so schwer wie möglich zu machen. Dazu gehört, bei Abwesenheit alle Fenster zu schließen. Wer glaubt, gekippte Fenster seien sicher, irrt sich: Auch gekippte Fenster gelten als offen.
Welche Tür Einbrecher wählen, ist ihnen dabei grundsätzlich egal. Bei der Absicherung des eigenen Zuhauses sollte der Fokus daher nicht nur auf der Haus- oder Wohnungstür liegen: Jeder gar nicht oder nur halbherzig verschlossene Eingang ist ein Willkommensgruß für ungebetene Gäste. Auch Balkon- und Terrassentüren sollten daher niemals offengelassen und im besten Fall mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet werden.
Leichtsinn ist verhängnisvoll
„Ich bin doch eh gleich wieder da“, ist ein naheliegender Gedanke, wenn man für einen Besuch beim Nachbarn oder den Gang zum Bäcker um die Ecke für ein paar Minuten außer Haus ist. Sich das Abschließen in diesem Fall zu sparen, kann jedoch schnell zum Verhängnis werden: Auch bei kurzen Abwesenheiten sollte die Tür sicherheitshalber nicht nur zugezogen oder gar angelehnt, sondern säuberlich verriegelt werden.
Einen Ersatzschlüssel im Blumentopf, unter der Fußmatte oder losen Ziegeln zu deponieren, um im Falle eines vergessenen oder verlorenen Schlüssels nicht vor der Tür zu sitzen, ist verlockend. Aber: Auch Einbrecher haben so kinderleicht Zugang, und sie kennen alle Verstecke.
Sicherheit in Abwesenheit
Ist ein Haus oder eine Wohnung für längere Zeit unbeaufsichtigt, ist das für Einbrecher der Jackpot. Wer eine Weile nicht zu Hause ist, sollte das also unter keinen Umständen von außen erkennbar machen. In diesem Falle empfiehlt das Polizeipräsidium Reutlingen, Nachbarn, Freunde oder Familienmitglieder darum zu bitten, den Briefkasten regelmäßig zu leeren, denn überquellende Briefkästen signalisieren Einbrechern: Hier ist freie Bahn.
Weiter rät die Polizei dazu, Rollläden nur nachts geschlossen zu halten. Heruntergelassene Rollos vermitteln potenziellen Eindringlingen richtiger- oder fälschlicherweise den Eindruck, es sei niemand daheim. Bei längeren Abwesenheiten kann es zudem von Vorteil sein, in mindestens einem Raum das Licht brennen zu lassen. Hier kann eine Zeitschaltuhr Abhilfe leisten. Das schlägt zwar geringfügig auf den Geldbeutel, doch das tut ein Einbruch noch mehr.
Schon ein Paar aufmerksame Augen und ein wenig Zivilcourage können Wunder bewirken. Wer verdächtiges Verhalten in der Nachbarschaft beobachtet, sollte im Zweifelsfall die örtliche Polizei verständigen. Das gilt ebenso für die Hausflure von Mehrfamilienhäusern. Doch ganz egal ob Mehr- oder Einfamilienhaus: Man sollte lieber nicht bedenkenlos den Türknopf drücken oder die Eingangstür öffnen, wenn es klingelt, sondern lieber erst einmal nachsehen, wer da ist. Vorsicht ist besser als Nachsicht.

