Kirchheim. Um den Kirchheimer Jugendlichen Politik näher zu bringen, fand am Mittwoch in der Mensa des Schlossgymnasiums eine Podiumsdiskussion, organisiert von der SMV, statt. Anlass waren die anstehenden Landtagswahlen. Ziel der Veranstaltung war es, vor allem die wahlberechtigten Schülerinnen und Schüler über die einzelnen Parteien aufzuklären. Auf dem Podium saßen Vertreter der Linken, der SPD, der FDP, der Grünen, der CDU und der AfD. Die Landtagskandidatinnen und -kandidaten versuchten, die Schülerschaft der Klassen 10, J1 und J2 von ihrer Partei zu überzeugen.
Die Veranstaltung war in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil wurden Fragen zu wichtigen politischen Themenbereichen gestellt. Beim Thema Bildung plädierte Dr. Natalie Pfau-Weller (CDU) für ein „gegliedertes Schulsystem“. Anil Besli (Die Linke) hingegen kritisierte das aktuelle selektive Schulsystem. Er äußerte seinen Wunsch nach längerem gemeinsamen Lernen bis zur neunten Klasse. Ein weiterer Punkt, der die Schüler interessierte, war der Klimaschutz. „Klimaschutz ist für uns kein Trend, sondern eine Frage der Gerechtigkeit“, sagte Tonja Brinks (SPD). Markus Berthold (AfD) betonte, dass der Klimaschutz keine „allumfassende Ideologie“ werden sollte, da sich das Land sonst „deindustrialisieren“ würde.
Palantir spaltet die Kandidaten
Eine Frage der Moderation zum Thema Sicherheit, die die Schülerschaft brennend interessierte, war, wie die anwesenden Parteivertretenden zu der Überwachungssoftware „Palantir“ stehen. Nicole Falkenstein (FDP) war der Meinung, dass der Einsatz in „Maßen sinnvoll“ wäre, zum Beispiel an Grenzübergängen oder Bahnhöfen. Die Grünen und mit ihr Andreas Schwarz hingegen „lehnen Palantir ab“. Sie fordern, dass eine ähnliche Technologie von baden-württembergischen Unternehmen entwickelt wird.
Einigkeit beim Thema Bürokratie
Außerdem wurde über die Wirtschaftslage in Deutschland gesprochen: Anil Besli wünscht sich die Transformierung der Industrien. Nicole Falkenstein machte deutlich, wie wichtig ausländische Fachkräfte für Deutschland seien, wobei man über den Mindestlohn noch einmal sprechen müsse. Alle Parteien waren sich einig, dass Bürokratie reduziert werden sollte.
Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten die Jugendlichen offene Fragen stellen. Das Format hat vielen bei der Wahlentscheidung geholfen. hk

