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Was, wenn aus dem Autokennzeichen „ES“ ein „KIT“ wird?

Für ein eigenes Autokennzeichen macht sich Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader, wie viele andere Rathauschefs auch, beim ­Verkehrsministerium stark. Das sagen Menschen aus der Region dazu. 

Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader setzt sich für ein eigenes Kennzeichen ein. Foto: stock.adobe.com

Ziert schon bald ein auffälliges „KIT“ die Stoßstangen in Kirchheim? Das altbekannte „ES“ hätte dann ausgedient – zumindest für all diejenigen, die sich für den neuen Look entscheiden würden. 17 Bürgermeister von baden-würt­tembergischen Städten machen sich beim Verkehrsministerium für eigene Autokennzeichen stark. Einer der Unterzeichner des gemeinsamen Briefes ist Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader, der die Idee schon seit einigen Jahren unterstützt. Mittlerweile fordern 70 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus mehreren Bundesländern eine rechtliche Änderung.

Die Kommunen sind durch die Schreiben nun erstmals offiziell an die Verkehrsministerien herangetreten, mit dem Ziel, eine Gesetzesänderung anzustoßen, heißt es aus dem Kirchheimer Rathaus. Sollte diese umgesetzt werden, bittet die Stadtverwaltung den Gemeinderat erneut zum Votum. Bereits 2012 hat das Gremium den Beschluss gefasst, dass das „KIT“ als Ortskennung an Kraftfahrzeugen beantragt werden soll, sobald es die Möglichkeit dafür gibt. Da dieser Beschluss aber schon einige Zeit zurückliegt, müsste sich der Rat noch mal mit dem Thema befassen. Nach aktuellem Kenntnisstand wäre nicht nur die Buchstabenkombination „KIT“ möglich, sondern auch das „KUT“ verfügbar, teilt die Stadtverwaltung mit. Jedoch konnte sich das „KUT“ bereits vor einigen Jahren im Gemeinderat nicht gegen das „KIT“ durchsetzen.

Eigenständigkeit der Stadt hervorheben

„Ein eigenes Autokennzeichen würde Kirchheim als eigenständige Stadt deutlicher hervorheben und die Identifikation mit dieser stärken“, teilt die Stadtverwaltung mit. Zudem böte es die Möglichkeit, das Besondere und Einzigartige Kirchheims nach außen zu tragen. Ein willkommener Neben­effekt wäre außerdem eine Image­steigerung und eine zunehmende Bekanntheit der Teckstadt. „Es wäre somit ein zusätzliches Mittel, ein positives Bild sowohl innerhalb der Bevölkerung als auch über die Stadtgrenzen hinaus zu vermitteln“, heißt es aus dem Rathaus.

Ein Zwang zum Wechsel bestünde jedoch nicht: Die Bürgerinnen und Bürger könnten im Fall der Fälle ihr Nummernschild freiwillig ändern oder bei einer Neuzulassung das entsprechende Kennzeichen auswählen, teilt die Stadtverwaltung mit. Eine Umfrage auf dem Instagram-Account des Teckboten bringt Licht ins Dunkel: Von 1406 Menschen, die ihre Stimme abgegeben haben, würden sich 357 für das „KIT“ entscheiden, 714 wollen es hingegen beim „ES“ belassen und 335 haben mit „Ist mir egal“ gestimmt.

Mit Esslingen verbunden fühlen

Jutta (70) lebt schon sehr lange und sehr gerne in Kirchheim, ihr Kennzeichen würde sie deshalb aber nicht ändern, erzählt sie am Rathaus in der Fußgängerzone. Davor hat sie eine lange Zeit in Esslingen gelebt und fühlt sich daher auch mit der Stadt inmitten der Weinberge verbunden. Das „KIT“ braucht es ihrer Ansicht nach daher nicht.

Das sieht auch David (49) so: Gegen das altbekannte „ES“ könne man eigentlich nichts haben, stehe es schließlich für „echter Schwob“. Darüber hinaus seien seine Kinder in Esslingen aufgewachsen und viel Verwandtschaft lebe noch dort. Einen Grund zum Wechsel sieht er deshalb nicht. 

„Ich liebe Kirchheim“, sagt Rosemarie (76). Das „KIT“ als Kennzeichen hält sie dennoch nicht für nötig. Sie habe das „KI“ auch so auf dem Nummernschild, nur folgt es bei ihr auf das „ES“. Im Gegensatz zu Nürtingen habe die Teckstadt noch nie ein eigenes Kennzeichen gehabt, sodass es auch jetzt nicht nötig sei. Mit dem „ES“ könne sie weiterhin sehr gut leben.