Die Einführung der Ganztagsschulen haben Eltern einem bildungspolitischen Ereignis zu verdanken, das sich lange vor der Geburt ihrer Grundschulkinder ereignet hat: Dem sogenannten PISA-Schock im Jahr 2000. Nach der Enttäuschung über die schlechten Ergebnisse stellte der Bund in den Jahren 2003 bis 2009 vier Milliarden Euro für den Ausbau von Ganztagsschulen bereit, die hauptsächlich in den Ausbau von Gebäuden und Mensen flossen. Länder und Kommunen finanzierten und finanzieren das Personal. Ziel war es unter anderem, den Bildungserfolg vom Elternhaus zu entkoppeln. Ob die Ganztagsschulen das geschafft haben, werden viele spätestens seit dem PISA-Schock 2.0 im Jahr 2026 infrage stellen. Eine Studie des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2025 ergab, dass Ganztagsschulen die Deutschnoten und die Wahrscheinlichkeit, nach der Grundschule das Gymnasium zu besuchen, positiv beeinflussen. Dass Ganztagsschulen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen, konnte hingegen nicht nachgewiesen werden. Abseits dieser Ergebnisse ist aber auch eines klar: Viele Kinder profitieren davon, wenn sie möglichst viel Zeit in der Schule verbringen. Denn dort gibt es Bildungs- und Bewegungsangebote, die viele Eltern ihren Kindern nicht bieten können – sei es aus fehlender Zeit, mangelndem Geld oder dem nicht vorhandenen Wissen über die Notwendigkeit. Dazu kommt: Schulen sind smartphonefrei. Und je weniger Zeit Kinder am Handy verbringen können, desto besser.
Wie Kinder von Ganztagsschulen profitieren

