Die Autobahnmeistereien starten nicht erst in den Wintermodus, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken. Ihre Hauptaufgabe liegt darin, bei entsprechenden Witterungsbedingungen vorsorglich Sole, also Flüssigsalz, auf den Autobahnen auszubringen. Damit wird die Bildung von Glatteis verhindert. Da die Winter durchschnittlich immer milder werden, muss weniger Schnee geräumt werden als früher.
Abstand halten zu den Winterdienstfahrzeugen und nicht überholen – das hilft Unfälle und Staus vermeiden.
Christine Baur-Fewson, Geschäftsführerin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest
Trotzdem gilt: Extreme Wetterbedingungen wie Blitzeis oder schwerer Schneefall können plötzlich auftreten und sind nur schwer beherrschbar. Die Autobahn GmbH rät dringend dazu, die eigene Fahrweise stets den aktuellen Wetter- und Verkehrsbedingungen anzupassen. „Bitte Abstand halten zu unseren Winterdienstfahrzeugen und nicht überholen. So hilft jeder Verkehrsteilnehmer, Unfälle und Staubildungen zu vermeiden“, appelliert Christine Baur-Fewson, Direktorin der Autobahn GmbH Niederlassung Südwest, an die Vernunft der Autofahrerinnen und Autofahrer.
Die rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Südwesten planen, bauen und betreiben rund 1050 Autobahnkilometer.
Der Fuhrpark der Kirchheimer Autobahnmeisterei besteht aus sieben großen Lkw. Jeder Mitarbeitende hat einen Lkw-Führerschein, Auszubildende und Quereinsteiger erlangen diesen im Rahmen ihrer Tätigkeit, das heißt, er wird von der Autobahn GmbH finanziert. Aktuell sind 16 Mitarbeitende als Fahrer im Winterdienst tätig. Sie arbeiten bei entsprechenden Witterungsbedingungen in zwei Schichten. Damit wird der Winterdienst täglich rund um die Uhr sichergestellt, also auch an Wochenenden und an Feiertagen.
Das Einsatzgebiet der Autobahnmeisterei Kirchheim erstreckt sich auf der A 8 vom Autobahnkreuz Stuttgart bis zur Anschlussstelle Mühlhausen, einschließlich des Verkehrsknotens mit B 27, Echterdinger Ei, Landesmesse und Flughafen. Der Aichelberg wird ebenfalls von Kirchheim betreut. Ab der Anschlussstelle Mühlhausen ist dann die Autobahnmeisterei Ulm-Dornstadt zuständig.
„Grundsätzlich sind im Winterdienst Autobahnmeistereien mit einer gewissen Höhenlage mehr gefordert als Autobahnmeistereien in Tallage, wie zum Beispiel die A 5 im Rheintal. Für die Autobahnmeisterei Kirchheim stellt die sehr hohe Verkehrsbelastung der A 8 im Raum Stuttgart eine Besonderheit dar“, so Petra Hentschel, Pressesprecherin der Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südwest.
Der Sole-Einsatz
Dank moderner Streutechnologie setzt die Firma auf „Flüssigstreuung mit FS 100“, also 100-prozentige Salzlösung, wobei FS für Flüssigsalz steht. Dabei handelt es sich um reines, flüssiges Salzwasser ohne jegliche feste Stoffe darin. Die Vorteile: eine gleichmäßige Verteilung und verlängerte Wirkungsdauer. Gleichzeitig wird mit Sole auch die Umwelt geschont: Pro Quadratmeter werden nur drei Teelöffel Salz verbraucht. Das entspricht bei präventiver Streuung einer Salzersparnis von bis zu 70 Prozent. Da die Sole mit höherer Geschwindigkeit ausgebracht werden kann als herkömmliches Salz, werden auch die Auswirkungen auf den Verkehr minimiert.

