Referent beim Neujahrsempfang des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Teck ist Professor Peter Schäfer, Leiter der Abteilung „Industrie, Innovation, wirtschaftsnahe Forschung und Digitalisierung“ im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg.
Baden-Württemberg ist einer der führenden Industriestandorte in Europa. Ein Drittel der Wertschöpfung des Landes entfällt auf die Industrie. Neben den Weltkonzernen gibt es zahlreiche kleine und mittelständische „Hidden Champions“ – heimliche Gewinner – verteilt über alle zwölf Regionen des Landes. Diese Wirtschaftskraft in der gesamten Fläche ist ein herausragendes Merkmal im Vergleich mit anderen Bundesländern. Weitere Wirtschaftssektoren wie das Handwerk und Dienstleistungsunternehmen sind wichtige Partner, die bislang stark von der engen Verbindung zur Industrie profitieren.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage stellt den Industriestandort jedoch vor erhebliche Herausforderungen: Hohe Arbeits- und Energiekosten, steuerliche Belastungen, bürokratische Hemmnisse sowie globaler Wettbewerbsdruck belasten die heimischen Unternehmen. Geopolitische Entwicklungen, Protektionismus und Bedrohungen verschärfen die Situation zusätzlich. Eine zurückhaltende Investitions- und Innovationsbereitschaft, die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland sowie Betriebsschließungen sind die Folge.
Baden-Württemberg ist immer noch eine der innovativsten Regionen der Welt, ein Ort des Erfindungsreichtums, der Forschungsexzellenz und der unternehmerischen Tatkraft. Doch bedarf es technologischer Souveränität und neuer Geschäftsmodelle, um den heimischen Standort und den Wohlstand zu sichern. „Wo geht die Reise hin? Womit verdienen wir in 10 bis15 Jahren unser Geld?“ – diesen Fragen will der Referent nachgehen. An beispielhaften Zukunftsbildern wird skizziert, wo die Wertschöpfung der Zukunft liegen könnte. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion. pm
