Kommunalwahl

Die Ampel verliert auch im Kreistag

Landkreis Freie Wähler geben bei gleicher Prozentzahl einen Sitz ab. Die CDU gewinnt Stimmen und Sitze hinzu. Grüne, SPD, FDP und Linke lassen Federn. Die höchsten Gewinne im Vergleich erzielt die AfD. Von Andreas Volz

Auch die Kreistagswahl folgt dem Trend, den die Europa- und die Regionalwahl am Sonntag vorgegeben hatten: Die Parteien der Berliner Ampel-Koalition büßen Stimmen und Sitze ein, während die CDU hinzugewinnt. Die größten Gewinne allerdings erzielt in diesem Fall die AfD. Stärkste Kraft bleiben jedoch die Freien Wähler, die ihren Anteil von 26,3 Prozent der gültigen Stimmen zwar in etwa halten können, künftig aber trotzdem nur noch über 27 statt der bisherigen 28 Sitze im Esslinger Kreistag verfügen.

Auf Platz zwei folgt die CDU, die Boden gutmacht: Von 19,1 Prozent steigt ihr Ergebnis auf 22,8 Prozent. Drei Sitze gewinnt sie dadurch hinzu, und somit ist sie im neuen Kreistag mit 22 Mandatsträgern vertreten. Die Grünen verlieren ebenso wie die SPD: Ihr Anteil sinkt von 20,0 auf 16,3 Prozent – die Zahl der Sitze im Kreistag von 19 auf 14. Der Verlust der SPD fällt etwas geringer aus: Von 17,0 Prozent geht es für die Genossen auf 14,0 Prozent. Statt bislang 15 sind das nur noch 13 Sitze.

Auf dem fünften Platz folgt die AfD, die ihr Ergebnis von 5,7 Prozent auf 10,8 Prozent steigert und damit von ursprünglich sechs auf nunmehr zehn Sitze zulegt.

Die FDP (5,7 statt zuvor 6,4 Prozent) verliert einen Sitz und ist künftig nur noch mit fünf Kreisräten vertreten. Ähnlich ergeht es der Linken, die von 4,6 auf 3,9 Prozent sinkt und damit ebenfalls einen Sitz abgeben muss: Für drei Mandate reicht es noch.
 

Kreisräte aus der Teck-Region

Aus dem Verbreitungsgebiet des Teckboten wurden „alte Bekannte“ ebenso in den Kreistag gewählt wie neue Gesichter: Die Freien Wähler im Wahlkreis Kirchheim sind nach wie vor durch Walter Feeß und Günter Riemer vertreten. Für den Wahlkreis Weilheim schicken die Freien Wähler abermals das Trio Verena Grötzinger, Marcel Musolf und Johannes Züfle in den Kreistag.

Die CDU ist wieder mit zwei Köpfen vertreten: Giancarlo Crescente ersetzt im Wahlkreis Kirchheim Wilfried Veeser, der nicht mehr angetreten war. Rainer Bauer behält seinen Sitz für den Wahlkreis Weilheim.

Ein ähnliches Bild bei den Grünen: Franziska Fahrion und Günther Gerstenberger sind nicht mehr vertreten. Stattdessen wurde Monika Riemer im Wahlkreis Kirchheim gewählt, sodass künftig Bruder und Schwester aus demselben Wahlkreis in zwei unterschiedlichen Fraktionen sitzen. Michael Holz behält seinen Sitz für die Grünen im Wahlkreis Weilheim. Hinzu kommt der Notzinger Maximilian Gleich für den Wahlkreis Plochingen.

Für die SPD zieht Angelika Matt-Heidecker erneut in den Kreistag ein. Unterstützung für den Wahlkreis Kirchheim erhält sie dabei von Andreas Kenner – einem alten Weggefährten aus dem Kirchheimer Gemeinderat. Vater Kenner „ersetzt“ somit quasi seinen Sohn Jonas, der 2019 für die SPD im Wahlkreis Weilheim gewählt worden war.

Die AfD wird künftig vertreten durch Markus Berthold (Wahlkreis Kirchheim) und Martin Hussinger (Wahlkreis Weilheim). Für den Wahlkreis Weilheim hatten 2019 Erika Földi und Kerstin Hanske jeweils einen Ausgleichsitz erhalten. Im Wahlkreis Plochingen sitzt Ulrich Deuschle für die AfD im neuen Kreisparlament. Vor fünf Jahren war er noch für die Republikaner gewählt worden.

Zwei „alte Hasen“​​​​​​ schickt die FDP in den Kreistag: Albert Kahle (Wahlkreis Kirchheim) und Rainer Stephan (Wahlkreis Weilheim) erhalten je einen Ausgleichsitz.