Bäume fällen für zwölf Wochenenden Spaßbetrieb eines Dreizehnjährigen?!
Mit Unverständnis haben wir von Plänen erfahren, dass auf der brachgelegten Bahnstrecke Bohnauübergang bis Bohnauhaus, auf 350 Meter, künftig an zwölf Wochenenden im Jahr eine Draisinenfahrt stattfinden soll. Noch größer ist jedoch unser Entsetzen darüber, dass dafür zahlreiche gesunde Bäume im Gleisbett schon gefällt wurden.
Bäume sind keine beliebig austauschbaren Hindernisse, sondern ein unverzichtbarer Teil unserer Umwelt. Sie spenden Schatten, verbessern das Mikroklima, binden CO₂ und bieten Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Gerade in Zeiten des Klimawandels und des fortschreitenden Artensterbens sollte der Schutz bestehender Bäume höchste Priorität haben. Dass nun ausgerechnet für ein Freizeitangebot, das nur an wenigen Wochenenden genutzt wird, massiv in die Natur eingegriffen werden soll, erscheint uns unverhältnismäßig und kurzsichtig und das gerade in Kirchheim mit seinen kleinen Wald- und Grünflachen.
Zudem stellt sich die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen dieses Projekts. Zwölf Wochenenden im Jahr stehen einer dauerhaften Schädigung des Landschaftsbildes gegenüber. Die gefällten Bäume brauchen Jahrzehnte, um ersetzt zu werden – wenn sie überhaupt ersetzt werden. Der ökologische Schaden bleibt, der Spaßfaktor ist zeitlich begrenzt.
Unsere Natur sollte nicht für kurzfristige Freizeitinteressen eines Dreizehnjährigen geopfert werden. Hier ist Augenmaß, Verantwortung und Weitblick gefragt.
Gary Schumann, Erik Bräunling, Dietmar Sterr, Beate Erb, Martin Krieg, Kirchheim
