Leserbrief
Das Maß ist voll

Zur Gebührenerhöhung in den Kirchheimer Kitas

Zum 1. Januar plant die Stadt Kirchheim eine erneute, diesmal drastische Erhöhung der Kindergartenbeiträge – in unserem Fall um mehr als 24 Prozent. Bereits in den Vorjahren wurden Familien jährlich mit Steigerungen von sieben bis elf Prozent belastet. Jetzt wird eine Grenze überschritten!

Diese Gebührenexplosion ist für viele Haushalte schlicht nicht mehr zu stemmen. Während Eltern sich mit realistischen Lohnsteigerungen von drei bis fünf Prozent zufriedengeben müssen, meint die Stadt, Familien jährliche Rekordzuschläge zumuten zu können. Eine sachliche Begründung für diese Dimension fehlt völlig.

Der Bescheid erreichte die Eltern zudem erst Ende November – nur wenige Wochen vor Inkrafttreten. Das ist nicht familienfreundlich, sondern rücksichtslos. Gleichzeitig wird im Kindergarten weiter um Zusatzbeiträge gebeten, etwa für Aktivitäten, Getränke oder Obst. Die Belastung wächst an allen Fronten.

Besonders irritierend war die Aussage aus der Sitzung vom 26. November: „Einnahmenerhöhung geht vor Einsparung.“ Genau dieser Satz zeigt das Grundproblem. Es wird offenbar nicht geprüft, wo Ausgaben reduziert werden können – stattdessen greift man zuerst und am einfachsten in die Taschen der Familien.

Wie wenig hilfreich die von der Stadt angebotenen Unterstützungswege tatsächlich sind, zeigt unser eigener Fall: Seit Januar läuft der Antrag auf Jugendhilfe. Erst kürzlich erhielten wir einen Ablehnungsbescheid – mit fehlerhafter Berechnung. Wir sahen uns gezwungen, Widerspruch einzulegen; der Ausgang ist offen. Von einer verlässlichen oder zeitnahen Entlastung kann unter diesen Umständen keine Rede sein.

Wir fordern die Stadt auf, diese überzogene Erhöhung zurückzunehmen und auf ein vertretbares Maß zu begrenzen. Familien sind keine Einnahmequelle, die man nach Bedarf anzapfen kann. Kirchheim braucht endlich eine faire, transparente und verantwortungsvolle Gebührenpolitik.

Carina und Matthias Stolz, Kirchheim​​​​​​​​​​​​​​