Leserbrief
Die CDU hat’s verbrochen

Zum Kommentar „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ vom 27. Juni

Die Bahn kann es nicht. Ihren Job. Dies ist inzwischen ins Bewusstsein gerückt. Und sie konnte es auch schon nicht, als sie damals mit der CDU-geführten Regierung beschloss, oder sich von dieser vereinnahmen ließ, um Stuttgart 21 zu bauen. Nun lese ich im Kommentar, die 100. Neuauflage der Frage nach der Schuld würde nichts bringen. Nein, natürlich nicht, denn diese Frage war von Anbeginn an geklärt. Es gab zig Modelle und Berechnungen, die alle auf Kosten von circa elf Milliarden Euro hinweisen, ohne den erwarteten Nutzen. Ignoriert und zur Seite gewischt. Dass sich Stuttgart über den freiwerdenden Bauplatz für ihre Stadtentwicklung freute, steht auf einem anderen Blatt.

Aber eine andere Frage ist nicht nur erlaubt, sondern berechtigt und notwendig: die nach dem Geld.

Denn wir sind nicht nur im Bereich der massiven Geldverschwendung, sondern auch der sinnlosen Veruntreuung von Milliarden Euro an Gemeinvermögen mit schmerzhaften Folgen für die Allgemeinheit. Stuttgart 21 zahlt ja nicht die CDU als Bestellerin und ihre damaligen Verantwortlichen, sondern wir mit unseren Steuern.

Letztendlich ist die Regierung die Treuhänderin unseres Vermögens und ihre ureigenste Pflicht ist der verantwortungsvolle Einsatz zum Wohle der Gemeinschaft. Das ist und war hier nie gegeben. Wider besseren Wissens. Und damit ist es sehr wohl zulässig, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Nur weil ein Politiker am Geldhahn sitzt, kann er nicht dasselbe verprassen, wie es ihm gefällt, und sich dann aus dem Staub machen. Das gilt für damals genauso wie für heute.

Susanne Abendschein, Kirchheim