„Bargeld schützt die Privatsphäre, weil es ohne Datenspur genutzt werden kann“, formuliert Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg im Artikel. „Es funktioniert unabhängig von Apps und digitaler Infrastruktur.“ Für viele, etwa Kinder und Jugendliche, auch Ältere, die nie ein Smartphone oder einen Computer hatten, Menschen in sozial schwierigen Lagen, bleibt Bargeld die einzige Möglichkeit, zu bezahlen.
Nauhauser verlangt deshalb staatliche Vorgaben gegen pauschale Bargeldausschlüsse. Dies ist in anderen Ländern opinio communis. So setzte in Schweden die Regierung eine Kommission ein, die die Einführung einer Bargeldannahmepflicht für Geschäfte forderte, die lebenswichtige Güter wie Lebensmittel und Medikamente verkaufen. Zudem sollten laut Kommission Banken gesetzlich verpflichtet werden, flächendeckend an Schalterdiensten Bargeldauszahlungen und -einzahlungen zu gewährleisten. In Krisensituationen zeige sich der Wert von Bargeld, meint Elin Ritola von der Reichsbank (Sveriges riksbank) und forderte den Gesetzgeber zum Handeln auf.
Die Bundesbank formulierte: „Für das Zahlungssystem ist es wichtig, dass Bargeld überall als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert wird. So kann jeder frei wählen, wie er bezahlen möchte, und Menschen ohne Zugang zu elektronischen Zahlungsmitteln werden nicht benachteiligt. Einzelhändler und andere Geschäfte dürfen Bargeldzahlungen nicht ablehnen.“
Einen anderen Weg fährt die EU, die in ihrem bürokratischen Irrsinn vorhat, Bargeldzahlungen zu beschränken, wodurch die EU dem Antiquitätenhandel, Viehhandel, Schmuckhandel und Gebrauchtwagenhandel wirtschaftlich schweren Schaden zufügt. Eine Ursache sieht Brett Scott, Autor des Buchs „Cloud Money“, in der Lobbyarbeit der Organisation „Better Than Cash Alliance“, die bei der UN und der EU ihren Einfluss gegen Bargeldzahlungen geltend machen.
Peter Schuster, Notzingen
