Leserbrief
Eingriff ins Ökosystem

Zum Artikel „Windkraft in Schopfloch" vom 24. Februar

Die Schopflocher Alb ist seit Jahrzehnten das beliebteste Naherholungsgebiet weit und breit sowie Lebensraum zahlreicher geschützter Vogelarten, darunter auch der Rotmilan. Da wir zusammen mit der Ochsenwanger Alb eine große Pflegezone im Biosphärengebiet bilden, dürfen hier keine Windkraftanlagen errichtet werden, da sie in krassem Widerspruch zu den Schutzzielen dieser Zone stehen. Vor diesem Hintergrund muss die Frage erlaubt sein, warum der Lenninger Schultes diese Tatsache nicht akzeptieren will und zum wiederholten Mal den Versuch unternimmt, einen Wind­standort auf der Schopflocher Alb zu erzwingen, und der Gemeinderat das mitträgt.

Wir reden hier von massivsten Eingriffen ins Ökosystem Wald. Der geplante Standort ist komplett im Landschaftsschutzgebiet, der nördliche Bereich befindet sich sogar in einem Vogelschutzgebiet, samt zahlreicher Biotope und Naturdenkmäler. Es sind gesunde Mischwälder, die betroffen wären. Ist hier der Platz für derart gigantische Bauwerke, mittlerweile so hoch wie der Eiffelturm? Ganz sicher nicht! Pro Anlage müssten 1,5 Hektar Wald gerodet und 3500 Tonnen Stahlbeton im Waldboden versenkt werden. Es sind breite Schneisen für die Zuwegung erforderlich, von den negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Schopflocher Bürgerschaft, besonders im Bereich des bestehenden und geplanten Neubaugebiets, ganz zu schweigen. Der geplante Standort würde trotz Verkleinerung immer noch viel zu dicht an Schopfloch heranreichen.

Vor der entsprechenden Gemeinderatssitzung war über diesen Vorgang nichts bekannt. Das schafft kein Vertrauen und man kann nur hoffen, dass dieser unsinnige Vorstoß keine Resonanz bei den entsprechenden Genehmigungsbehörden findet.

Hans-Joachim Schmid, Lenningen