Leserbrief
Elefant sollte man sein

Zum Artikel „Spatenstich für Elefantenwelt“ in der Wilhelma vom 28. Januar

Im Teckboten habe ich gelesen, dass der Spatenstich für das neue Elefantenhaus in der Wilhelma in Stuttgart erfolgt ist. Sage und schreibe 68,5 Millionen Euro soll dieses futuristische Gehege kosten. Davon übernimmt der Förderverein der Wilhelma 15 Millionen Euro und beteiligt sich somit an den Baukosten. Mich verwundert dies schon, in Zeiten der leeren Kassen – Absagen von Zuschüssen und Streichungen von Investitionen, nicht durchführbare Sanierungen, die dringend benötigt werden –, dass Gelder in dieser Größenordnung noch zu haben sind. Was hätte man mit diesen Millionen alles machen können? Selbst ein Hallenbad für Kirchheim hätte uns mit einem größeren Landeszuschuss beflügelt, das Projekt weiterbetreiben zu können. So hätten die Bürger und die steuerzahlende Bevölkerung auch etwas davon gehabt. Aber sei gesagt, die asiatischen Elefanten sollen es ja gut bei uns haben. Es irritiert schon, wie derzeit finanzielle Prioritäten gesetzt werden. Es leben derzeit zwei (!) Elefanten in der Wilhelma. Aber es kann ja sein, dass Elefanten künftig auch Steuern bezahlen. An die Unterhaltskosten möchte ich gar nicht denken! Ich wünsche mir derzeit, ein Elefant zu sein. Brauche an nichts zu sparen, habe wunderbare Wohnverhältnisse und werde bis ins hohe Alter versorgt und gepflegt und das alles kostenlos. Vielleicht hat die Stadt Kirchheim den Antrag für das Hallenbad falsch formuliert und hätte ein Tiergehege beantragen sollen. Da wäre bei der Kostenplanung sicherlich noch ein Hallenbad mit drin gewesen.

Doris Imrich, Dettingen