Leserbrief
Eltern sollten Beispiel geben

Zum Artikel „Studie: Social-Media-Sucht bei jungen Leuten nimmt zu“ vom 17. Februar

„Laut einer Erhebung sind Hunderttausende Kinder und Jugendliche betroffen“, war in dem Artikel zu lesen. „Wir kommen an klaren Regeln und Einschränkungen . . . nicht mehr vorbei“, wird Vizekanzler Lars Klingbeil zitiert. Und der DAK-Vorsitzende Andreas Storm nennt aufgrund einer neuen Studie die Entwicklung „alarmierend“.

Die sogenannten sozialen Medien, die ja durchaus auch hilfreich sein können, haben bei falscher Nutzung ein enormes Suchtpotenzial, das oft bewusst in die entsprechenden APPs einprogrammiert wird. Laut dem Ulmer Psychologieprofessor Manfred Spitzer sind sie auch Bildungskiller – die Pisa-Studie lässt grüßen.

Kinder und Jugendliche hängen oft viele Stunden täglich am Smartphone. Dabei wird nicht nur einmalige Lebenszeit mit vielfach niveaulosen Inhalten verbraten. Da werden auch gewaltverherrlichende Inhalte angeboten und zu unverschämten Perversitäten animiert. Noch einmal Lars Klingbeil: „Der Schutz junger Menschen vor der Flut an Hass und Gewalt in sozialen Medien hat oberste Priorität.“

Nun wird also seitens des Staates langsam überlegt, wie der Deckel aussehen könnte, mit dem der Sucht-Brunnen „Social Media“ zugedeckt werden soll, in dem bereits viele Kinder und Jugendliche ertrunken sind.

Es wurde schon viel zu viel Zeit versäumt. Jetzt müssen alle an einem Strang ziehen. Eltern müssen mit ihren Kindern ins Gespräch kommen, Gefahren aufzeigen, bessere Angebote machen, Online-Zeiten reduzieren und nicht zuletzt Beispiel geben. Die Schule muss entsprechend informieren und aufklären und der Staat endlich sinnvolle Beschränkungen einführen. Es ist fünf nach zwölf!

Jürgen Rieker, Notzingen