Emotionen in der Ratssitzung und Polemik in der Berichterstattung – beides wird dem Ernst der finanziellen Lage der Gemeinde Ohmden nicht gerecht. Die Vorschläge des Kämmers (Verwaltung Weilheim) werden weitgehend umgesetzt, Steuererhöhungen beschlossen. Wie zukunftsfähig sind diese Maßnahmen für die Gemeinde Ohmden?
2027, 2028, … die Situation wird kommen, dass die Ausgaben die Einnahmen erneut übersteigen und neue (hitzige?) Runden notwendig werden. Möchte man dies?
Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, dass sich das Ratsgremium zusammenrauft, sich zusammensetzt und gemeinsam einen „Zukunftsplan für Ohmden“ gestaltet, der der speziellen Situation von Ohmden Rechnung trägt und das Ziel hat, das finanzielle Dilemma weitsichtig zu beheben. Welche Optionen gibt es, um neue Einnahmearten zu generieren? Wie machen es andere kleine Gemeinden? Gibt es diesbezüglich Vorbilder? Sind „die Mindeststandards“ noch halt- und tragbar?
Wer bestellt, bezahlt – und wer nicht bezahlt, hat auch keinen Anspruch auf Lieferung. Dies sollte auch für Mindeststandards gelten. Gemeinsam über diese und weitere Themen zu beraten, statt emotional gegeneinander Beschlüsse zu fassen – da sind jetzt alle Ratsmitglieder in der Pflicht. Über so ein gemeinsames Vorgehen könnte dann auch ganz ohne Polemik berichtet werden.
Richard Bellmann, Ohmden
