Hoch hinaus – oder über den Dächern von Kirchheim. So könnte man den Artikel zum Gewerbegebiet Bohnau-Süd auch benennen. Der benannte große Grünzug soll einen Puffer zur Wohnbebauung schaffen und zeitgleich eine Entlastung für die Anwohner darstellen.
Hier wird aber eine unrealistische Planung von 2020 als Vergleich herangezogen. Hier lag die Baulinie noch mittig im Hang am Westen, nun wurde sie auf die ebene Fläche zurückgezogen. So weit alles schön und gut, aber warum direkt an der Hangkante nun eine zulässige Gebäudehöhe von 13 Metern? Wenn man die Höhenlagen betrachtet, dann könnten hier Gebäude entstehen, die nur rund 15 Meter niedriger als das Hochhaus am Kröning-Ohr sind. Ist das wirklich so gewollt? Vielleicht sollte man mal einen Gerüstturm aufstellen oder eine Visualisierung erstellen, um sich die Mächtigkeit der Gebäudefassaden wirklich vorstellen zu können. Nicht dass man nachher sagen muss: „So war das nicht gewollt.“ Zudem widerspricht die Gebäudehöhe ja auch der angestrebten Nutzung, die weder Logistik- noch Einzelhandelsbetriebe zulässt. Die Frage ist doch: Welcher Kirchheimer Handwerksbetrieb benötigt eine Halle mit 13 Meter Höhe? Im Schnitt sind nach Schätzung der Immobilienwirtschaft für kleine und mittlere Betriebe die Gebäude im klassischen Handwerk zwischen vier und sechs Meter hoch. 13 Meter sind eher selten und für Logistik oder schwere Industrie geeignet!
Was will die Stadt hier ansiedeln? Schicke Bürokomplexe über den Dächern von Kirchheim mit Weitblick bis ins Neckartal und zum Albtrauf? Ich hoffe doch, dass der Gemeinderat in diesem Punkt nochmals in die Diskussion einsteigt und wenigstens die Gebäudehöhen am westlichen Rand etwas zurücknimmt. Dies würde allen Anwohnern etwas die Angst nehmen und auch im Winter die Morgensonne noch in die Straßen Am Lindele und Pfaffenhalde scheinen lassen.
Michael Schweikert, Kirchheim
