Vor dem Hintergrund des drohenden einschneidenden Sparkurses mit gravierenden sozialen Einschnitten waren als Folge von diesem Artikel nicht nur ein bisschen Empörung, zwei bis drei kleine Leserbriefe . . ., sondern ein Volksaufschrei und Demonstrationen zu erwarten. Ich war auf die Reaktion gespannt und dann enttäuscht. Offensichtlich kann die breite Bevölkerung nichts mehr schockieren.
Aber wenn man positiv denkt, bedeuten 60 neue Stellen ja nicht unbedingt 60 neue Einstellungen, wenn in dem Artikel nur nicht das Wort Stellenzuwachs enthalten wäre. Verständlich ist ja, dass eine neue Regierung sich neu aufstellt, andere Schwerpunkte setzt, Aufgabenverschiebungen vornimmt. Im Artikel schreibt man von der Straffung von Abläufen und dem Abbauziel, an dem man festhalten will. Als ehemaliger Betriebsrat hätte ich erwartet, dass man öffentlich klarstellt: Hier handelt es sich nicht um neue Einstellungen, sondern um interne Versetzungen, interne Verschiebungen. Das wäre gute Öffentlichkeitsarbeit gewesen. Ich befürchte, dass in den Reihen der Hauptprotagonisten das Hauptproblem nicht die fehlende Qualifikation der internen Bewerber, sondern das falsche Parteibuch ist, und das ist, offen gesagt, Kindergartenniveau.
Michael Glasebach, Kirchheim
