Seit einigen Jahren darf ich das Projekt Bruckmühle begleiten. Einerseits als Grüner im Gemeinde- und Gestaltungsbeirat sowie langjähriger Gastronom und Bierbrauer. Dass im Projekt manche Dinge schlecht gelaufen sind, wissen alle Interessierten und es wurde bereits genug berichtet.
Zu manchen Bereichen möchte ich dennoch eine Präzisierung meinerseits beitragen. Dass der Gemeinderat immer am Misslingen Schuld hat, kann ich so nicht stehen lassen. Das ist zu einfach. Wir im Rat sehen die Komplexität durchaus und haben teilweise tiefere Einblicke. Das soll aber nicht heißen, dass hinter geschlossenen Türen etwas „ausgekungelt“ wird, wie man uns manchmal vorschnell vorwirft. Der Schutz aller Beteiligten ist uns wichtig! Ich hätte vor 20 Jahren als Gastwirt das auch nicht gewollt.
Die Verzögerung von mehreren Jahren kann nicht uns als Rat zur Last gelegt werden. Es gab klare Aussagen während der Sitzungen, dass das Landratsamt niemals im Wasserbereich Zugeständnisse macht. Jetzt trägt der Gemeinderat Schuld?
Kubatur: Im Gestaltungsbeirat wurde von „etwas in den Straßenraum hinausragend“ gesprochen. Nicht mehr oder weniger. Der Gestaltungsbeirat gibt Hinwiese und Empfehlungen, aber kein Gesetz! Das ist gut so. Wir dürfen unsere Fehler selbst festlegen und auch machen. Dass aus „etwas“ jetzt zwei Meter geworden sind, verwundert das neuerliche Interesse des Gemeinderats keinesfalls.
Dass Kirchheim einen Investor für die Bruckmühle, oder umgekehrt, gefunden hat, der nicht nur aus reinen Gründen des Gewinns so ein Projekt vorantreibt, kann nicht hoch genug geschätzt werden.
Das wollte auch der Rat mit seinem Kompromissvorschlag – ein Meter, also jeder gibt die Hälfte – zeigen. Hoffentlich gibt es hierzu bald eine auskömmliche Einigung, mit der beide Seiten leben können und es endlich weitergeht!
Meinen zukünftigen Kollegen wünsche ich ein ertragreiches Geschäft in Kirchheim und dass er/sie sich auf die zusätzliche Fläche vor dem Kiosk freut. Dem Klimawandel sei Dank.
Michael Attinger, Kirchheim
