Leserbrief
Mit der Planung jetzt beginnen

Zum Artikel „S1: Ausbau frühestens ab 2036“ vom 10. März

Der Verband Region Stuttgart weist zu Recht auf die aktuelle erkennbare Unpünktlichkeit der S1 hin. Doch es ist unverständlich, jetzt die Planung für die Verlängerung nach Weilheim auf Eis zu legen, um erst mal einen reibungslosen Betrieb von Stuttgart  21 abzuwarten. Hinzu soll eine „Monitorphase“ kommen. Wie lange diese dauert, bleibt unklar. Das Ergebnis: eine Verschiebung auf den Sankt Nimmerleinstag.

Wichtig ist: Die S-Bahn-Verlängerung nach Weilheim hat eine hohe Wirtschaftlichkeit von 1,47 ergeben, die höchste der untersuchten Schienenreaktivierungen in der Region. Die Trasse ist vorhanden. Daher entfallen aufwändige und teure Grundstücksverhandlungen. Der Bund fördert mit 90 Prozent und das Land gibt zusätzliche Förderungen.

Angesichts der extrem langen Planungszeiten von zehn bis 15 Jahren muss dringend jetzt die Planung bis zum Förderantrag vorangetrieben werden, um die aktuell hohen Förderquoten zu sichern und 2036 überhaupt mit dem Bau beginnen zu können. Das Abwarten auf die elektronische Zugsteuerung ETCS darf kein Grund für Stillstand sein. Mit der Planung eines Hauses wird auch nicht gewartet, bis die letzte Steckdose platziert ist.

Weilheim ist mit dem Gewerbegebiet Rosenloh bereits für überörtliche Industrie in Vorleistung gegangen. Entsprechend hat die Region Stuttgart die Pflicht, die notwendige Infrastruktur mit einer angemessenen ÖPNV-Anbindung zügig voranzutreiben.

Dr. Ulrich Mors, Weilheim