Deutschland kauft amerikanische F-35-Kampfbomber, die in Büchel in Rheinland-Pfalz stationiert werden sollen, atomar bestückt werden können und im Ernstfall von Bundeswehrpiloten geflogen werden. Das Risiko dabei ist weniger die technische oder wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA als vielmehr die dahinter stehende Theorie von der „Atomaren Abschreckung“, die angeblich Sicherheit und Frieden in Europa garantiere. Das ist ein Mythos, der längst entzaubert gehört.
Die Friedensinitiative „Ohne Rüstung leben“ schreibt dazu: „Die abschreckende Wirkung von Atomwaffen konnte bislang noch in keinem Fall nachgewiesen werden . . . das Konzept der Abschreckung muss heute noch stärker angezweifelt werden als in den 1980er-Jahren . . . Massenvernichtungswaffen . . . einzusetzen, ist nicht nur ein Verstoß gegen geltendes Völkerrecht, sondern auch eine ständige Bedrohung der Menschheit – denn ein Irrtum, eine Fehleinschätzung oder ein Unfall können jederzeit vorkommen. Die vermeintliche Sicherheit durch nukleare Abschreckung ist einseitig. Nur einige wenige Länder nehmen sich das Recht heraus, mit dem Einsatz von Atomwaffen zu drohen. Die Auswirkungen dieser Politik und das ständige Risiko eines Atomkriegs jedoch betreffen alle Menschen – und machen damit die ganze Welt unsicherer! Die letzten Jahre des Kalten Krieges haben deutlich gezeigt, dass nicht Abschreckung, sondern Entspannungspolitik und nukleare Rüstungskontrolle zu gemeinsamer Sicherheit und Frieden führen.“
Dieser vor 40 Jahren eingeschlagene Weg wurde leider verlassen und sollte wieder aufgesucht werden, denn weitere Militarisierung ist ein Irrweg, der das Risiko atomarer Eskalation erhöht.
Martin Brost, Oberboihingen