Nach anatomischem Faktencheck ist die Sachlage eindeutig: Bei Menschen liegen die Augen, auch die mit „rehbrauner“ Farbe, weit oberhalb der „Gürtellinie“. Einzige Ausnahme: Hühner-Augen (ganz weit unten). Ergo: Das alte Filmchen über Hagels Begeisterung für rehbraune Mädchenaugen dürfte kaum fehlende Wahlprozente wegen „Schmutzkampagne“ erklären. Vielmehr handelt es sich um eine wahltaktische Dämlichkeit, die als kleinbürgerliche Entrüstung auf die grüne Wahlkämpferin selber zurückfällt.
Die CDU kennt sich auch mit Gürtellinien aus: Ältere erinnern sich noch an die Adenauer-Ära. Als Anfang der 60er-Jahre der politische Stern von Willy Brandt aufging, meinten der damalige Kanzler und seine Partei, punkten zu können, indem sie süffisant auf die uneheliche Geburt von „Herbert Frahm“ hinwiesen. Das fiel schon eher in den fraglichen Bereich. Genützt hat diese „Schmutzkampagne“ auf Dauer nicht.
Wie wär’s, wenn der Wahlkampf nun für beendet erklärt würde und die Gewählten daran gehen, sich auf nötige, plausible, innovative Arbeit zu konzentrieren und „zur Sache“ von sich hören lassen? Damit kann man am besten überzeugen, hoffentlich auch punkten.
Walter Bartels, Kirchheim
